Hans Dinant

Hugenotten auf der Spur: Kasseler Liedermacher widmet sich französischen Vorfahren

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Dialog mit der von Hugenotten abstammenden Märchenfrau Dorothea Viehmann: Hans Dinant posiert neben dem Dorothea-Viehmann-Denkmal auf dem Märchenplatz in Niederzwehren. 

„Je m’appelle Dinant“ (Ich heiße Dinant). Mit diesem Satz in französischer Sprache hat der Kasseler Liedermacher Hans Dinant sein neues Solo-Programm überschrieben.

„Dabei spreche ich nicht mal Französisch“, sagt er und lacht. Obwohl der Name Dinant seinen französischen Ursprung kaum verhehlen kann und Vorfahren aus dem Nachbarland in Nordhessen nicht gerade selten sind, beschäftigt sich Hans Dinant erst seit Kurzem mit seinen hugenottischen Wurzeln. Und hat dabei für sich eine neue Forscherleidenschaft entdeckt. Die Ansiedelung von Glaubensflüchtlingen aus Frankreich interessiert ihn sehr. „In unserer Familie heißen die Männer seit Jahrhunderten entweder Jean oder Hans“, sagt Dinant. Er hat inzwischen recherchiert, dass der hugenottische Urahn Jean 1707 in Metz zur Welt kam und in Berlin eine Susanne Musset aus „Cassel“ zur Frau nahm.

Seine Ahnenforschung hat Dinant jetzt zu einem Liederzyklus zum Thema Hugenotten angeregt. Ende Mai wird er ihn erstmals dem Kasseler Publikum präsentieren.

Hans Dinant verfügt über einen ganzen Strauß an Talenten. Entsprechend viel hat er bereits in seinem Leben gemacht. „Ich hatte bestimmt schon 50 Berufe“, sagt der 68-Jährige rückblickend. Er war als Journalist für verschiedene Medien tätig, als Inspizient im tif, als DJ, Radiosprecher. Er hat in den 1980er-Jahren das legendäre Theatercafé im Schauspielhaus organisiert und hat eine große Zahl an Ehrenämtern vorzuweisen. So arbeitete er im sozialen Bereich in Schulen, in der Flüchtlingshilfe, in Altenheimen. Seit über 20 Jahren leitet er – mit der für ihn so typischen Freude und Warmherzigkeit – den Chor der Ehrenamtlichen im Käthe-Richter-Haus der Awo.

„Mich plagt eine gewisse Ruhelosigkeit“, gibt er zu und legt sofort einen Scherz hinterher: „Ich weiß bis heute nicht, was ich mal machen will, wenn ich groß bin.“ So hat er sich immer wieder neu erfunden. Seine Kreativität und sein Tatendrang scheinen unerschöpflich. „Wenn ich jemals aufhöre, neugierig zu sein, bin ich alt“, sagt er.

Die unverrückbare Konstante in seinem Leben ist die Musik. Als äußerst produktiver und umtriebiger Liedermacher ist er vielen Kasselern bekannt. „Ich bin schon mit der Gitarre zur Welt gekommen“, sagt er und grinst. Dabei könne er nicht mal Noten lesen. Dafür habe er Tausende von Liedern im Kopf.

Dass der Single-Mann vielen beruflichen Chancen und Angeboten anderswo zum Trotz seiner nordhessischen Heimat die Treue hielt und halten wird, habe einen einfachen Grund: „Ich liebe mein Kassel über alles.“

Service: Sein Musikprogramm „Je m’appelle Dinant“ präsentiert Hans Dinant Montag, 27. Mai, 20 Uhr im Theaterstübchen

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