Bald im Diakonissenhaus Kassel

Humanitäre Sprechstunde: Ärztliche Versorgung für Bedürftige kostenlos

Kassel. Für Menschen ohne Krankenversicherung wird es in Kassel demnächst eine ärztliche Versorgung, die sogenannte „Humanitäre Sprechstunden“ geben.

Das kostenlose medizinische Angebot richtet sich an Bedürftige, die auf Wunsch auch anonym bleiben können.

Die ehrenamtlichen „Fahrenden Ärzte“ um Dr. Gero Moog werden künftig in Räumen des Kurhessischen Diakonissenhauses zu ihrem mobilen Einsatz eine stationäre Anlaufstelle für bedürftige Menschen mit gesundheitlichen Problemen anbieten. Das vom Gesundheitsamt der Region Kassel getragene Notfall-Angebot sei ein „tolles Gemeinschaftsprojekt“, das endlich starte, sagte Gesundheitsdezernentin Anne Janz. 

Nun seien auch medizinische Behandlungen realisierbar, die mehr Diskretion benötigten, etwa gynäkologische Untersuchungen, die im Bus der „Fahrenden Ärzte“ nicht möglich waren. Die täglich zwei Sprechstunden sollen im Januar starten. Seitens der Stadt engagieren sich das Gesundheits- und das Sozialamt, welches die Medikamente und das Verbandsmaterial finanziert.

Seit 20 Jahren sind die „Fahrenden Ärzte“ zwei Mal pro Woche an unterschiedlichen Stellen mit einer mobilen medizinischen Erstversorgung für suchtkranke Menschen und Obdachlose vor Ort. Dabei werden bis zu 60 Menschen pro Woche erstversorgt. „Der Bedarf für eine Humanitäre Sprechstunde ist immens“, sagt Dr. Markus Schimmelpfennig vom Gesundheitsamt. Er weist darauf hin, dass in Deutschland 80.000 Menschen ohne Krankenversicherung leben. Auf Kassel runtergerechnet sind das 200 Menschen. 

Möglich wird das Angebot, weil die Stiftung Kurhessisches Diakonissenhaus eine Nutzung für das leere Gebäude an der Goethestraße entwickelt. Bis die Pläne konkret werden, können zwei ehemalige Gästezimmer von insgesamt 117 Quadratmetern Fläche von den „Fahrenden Ärzten“ genutzt werden. 

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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