Welpe mit Ausbildung zum Schutzhund

Streife auf vier Pfoten: Dieser Hund ist das jüngste Mitglied der Polizei in Kassel

Malinois-Welpe Hank im Streifenwagen
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Malinois-Welpe Hank im Streifenwagen.

Die Polizei Nordhessen hat ein neues tierisches Mitglied: Hank, ein vier Monate alter Malinois-Welpe. Der junge Hund sorgt in Kassel bereits jetzt für ordentlich für Aufsehen.

Kassel - Für Malinois-Welpe Hank ist alles ein großes Spiel. Fahrstuhlfahren, unter einer Schranke hindurchlaufen, das Revier mit all seinen sich elektrisch öffnenden Türen zu erkunden. „Es ist wichtig, dass er alles kennenlernt, damit er später entspannt auf möglichst viele Situationen reagieren kann“, erklärt Hundeführer Stephan Bartel.

Seit der Hund acht Wochen alt ist, lebt er bei Bartel und dessen Familie. „Er hat schon jetzt eine enge Bindung zu allen Familienmitgliedern aufgebaut“, sagt Bartel. Jeden Tag trainiert der Polizeioberkommissar spielerisch mit dem Welpen, der als jüngstes Mitglied der Polizei in Kassel für viel Aufmerksamkeit unter den Kollegen sorgt.

Polizei in Kassel: Schon jetzt ein eingespieltes Team - Hundeführer Stephan Bartel trainiert seinen Malinois-Welpen Hank spielerisch. Im Frühjahr beginnt dann die Schutzhund-Ausbildung.

Hund bei der Polizei in Kassel - Malinois-Welpe soll Schutzhund werden

Sollte der Malinois die Schutzhundeprüfung bestehen, wird er immer dann eingesetzt, wenn ein Hundeführer der Polizei angefordert wird. Das kann ein Fußballspiel sein, aber auch eine Demonstration oder eine größere Veranstaltung wie ein Volksfest. Zum Alltag gehört der Streifendienst, bei dem Hund Hank sein Herrchen später dauerhaft begleiten wird.

Noch wird der Malinois-Welpe aus Kassel nur auf die Ausbildung als Schutzhund vorbereitet. Ob er tatsächlich als solcher eingesetzt werden darf, entscheidet sich im Frühjahr. Dann wird Hank auf seine Tauglichkeit untersucht. Dafür wird beispielsweise geschaut, ob die Knochen richtig zusammengewachsen sind. Gibt es grünes Licht, folgt die zweimonatige Ausbildung zum Schutzhund. „Diese dauert eigentlich drei Monate, aber da ich bereits einen Hund hatte und dadurch mehrere Jahre Erfahrung habe, wird sie bei mir verkürzt“, erklärt Stephan Bartel.

Spaß an der Ausbildung ist wichtig: Hund Hank soll nach und nach sein Arbeitsumfeld bei der Polizei in Kassel kennenlernen.

Nach den zwei Monaten Ausbildung muss Hank die Schutzhunde-Prüfung bestehen. Anschließend ist er einer von 32 Schutzhunden der nordhessischen Polizei. „Später wird dann geschaut, ob er noch eine Spezialausbildung bekommt, um nach Rauschgift, Sprengstoff, Leichen oder Bargeld zu suchen“, sagt Bartel. Dabei werde auf das Wesen des Tieres geschaut und dann entschieden, wofür es sich eigne.

Welpe Hank lernt, ein Hund bei der Polizei in Kassel zu sein

Ist Hank nicht im Dienst, wird er auch nach der Schutzhundeausbildung im nächsten Jahr bei Familie Bartel leben. „Mit ihm hat es vom ersten Tag an perfekt gepasst, meine Tochter liebt ihn sehr“, sagt Bartel. Auch wenn ein Polizeihund im Dienst bisweilen aggressiv auftreten muss, ist es durch die richtige Ausbildung kein Problem, dass er in der dienstfreien Zeit bei der Familie ist. „Eine gesunde Mischung ist wichtig: Im Dienst gibt es bestimmte Kommandos und Abläufe, in der Freizeit sollte der Hund aber auch normal zu führen sein“, erklärt Bartel.

Noch ist Hank in jeder Schicht nur etwa drei Stunden dabei. „Man darf nicht vergessen, dass er noch ein Baby ist“, sagt Bartel. Der Polizeioberkommissar achtet darauf, dass der Welpe die Welt eines Polizeihundes spielerisch entdeckt. Noch bringt er Hank daher das Kommando „Fußi“ bei – aus diesem wird später „Fuß“. Und natürlich funktioniert viel über Leckerlis. „Für Futter macht er alles“, sagt Bartel.

Neuer Hund bei der Polizei in Kassel - Welpe Hank muss noch viel lernen

In den kommenden Wochen wird Hank möglichst viele verschiedene Untergründe kennenlernen. Er lernt, über Brücken zu gesehen. Auch was ein Rollstuhlfahrer und ein Rollator sind, wie es ist, Rolltreppe zu fahren und sich im Spiegel zu sehen. Ziel ist es, dass der Hund vor möglichst wenig Situationen Angst hat, so Bartel von der Polizei in Kassel. „Ich kann ihn nicht auf alles vorbereiten, aber ich helfe ihm, möglichst viele Eindrücke zu sammeln.“

Wie lange Hank dann später als Schutzhund eingesetzt wird, lässt sich nicht genau sagen. „Mein erster Hund war elf Jahre mit mir im Dienst, das ist aber von Tier zu Tier unterschiedlich“, erklärt Bartel. Krankheiten könnten den Einsatz beispielsweise sehr plötzlich beenden. Auch könnten die Tiere teils länger als Spürhunde eingesetzt werden, da bei dieser Arbeit die Belastung geringer sei, als bei einem Schutzhund.

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