Forderung: Mehr Rücksicht

Hunde an der Prinzenquelle: Weiter Streit zwischen Interessensgruppen

Friedliches Miteinander: In diesem Fall nehmen Radfahrer und Hundebesitzer Rücksicht aufeinander, so, wie es Ortsbeirat und Bürger fordern. Archivfoto: Schachtschneider

Kirchditmold. Könnten mehr freie Flächen für Hunde verhindern, dass sich Vierbeiner, Jogger, Radfahrer und Spaziergänger an einem Ort tummeln? Und so die Konflikte entschärfen? Eine Variante, die bei einer Sitzung des Ortsbeirats Kirchditmold diskutiert wurde.

Ziel: Die Konflikte zwischen Hundehaltern, Spaziergängern, Radfahrern und Joggern zu entschärfen.

Zum Beispiel im Bereich Ochsenallee/Prinzenquelle: Hier kommt es immer wieder zu teils heftigen Auseinandersetzungen zwischen Hundehaltern und anderen Passanten (HNA berichtete). Darum habe sie das Thema auf die Tagesordnung genommen. Man suche nach einer einvernehmlichen Lösung, erklärte Ortsvorsteherin Elisabeth König.

Lothar Pflüger vom Ordnungsamt erläuterte den rund 50 Besuchern der Ortsbeiratssitzung die Kasseler Hundeverordnung. Sie sei Ausdruck des Bürgerwillens, das Ordnungsamt nur zuständig für die Umsetzung. Und da es an der Prinzenquelle keinen Leinenzwang gebe, könne man hier nur an die Rücksichtnahme aller Beteiligten appellieren.

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Diese vermissen aber viele Bürger. Sie berichteten von rüden Beschimpfungen und Beleidigungen durch Hundehalter, Angriffen der Tiere, Bissen, Rücksichtslosigkeit und unkontrolliertem Umgang der Besitzer mit den Vierbeinern.

Rücksicht sei gut und schön, aber keine Einbahnstraße. Auch Hundehalter müssten an andere denken, sich etwa klar machen, dass manche sich durch frei laufende Hunde bedroht fühlen, sagte eine Sitzungsbesucherin.

Ein anderer Sitzungsteilnehmer erklärte, man könne nicht dauernd Forderungen an die Hundehalter stellen. Wer Angst habe, solle andere Spazierwege wählen.

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Immer wieder mahnten die Bürger während der lebhaft geführten Diskussion Toleranz, Verantwortung und Rücksichtnahme an. Man solle keine Feindbilder schaffen und keine Grabenkämpfe eröffnen, hieß es. Hundebesitzer sollten Hundebesitzer ansprechen, lautete ein anderer Appell.

Udo Hanik vom Ordnungsamt berichtete, in Kassel gebe es 7000 Hunde. In 95 Prozent der Fälle gebe es keine Probleme, rund 120 Fälle würden jährlich geprüft, die Hälfte davon sei problematisch. Dabei gehe meist um Hundebeißereien, Bedrohungen und falsches Führen des Hundes. Diese Halter müssten dann ein Verwarnungsgeld zahlen und bekämen außerdem Auflagen.

Alle 23 Ortsbeiräte seien gefordert, sich mit dem Problem zu beschäftigen, hieß es. Sie sollen überlegen, ob sie sich zum Beispiel für die Freigabe von mehr Hundeauslaufflächen einsetzen. Derzeit herrscht Anleinpflicht auf 40 Flächen im Kasseler Stadtgebiet.

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