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Zwei-Bein-Hund Uli hat jetzt einen Rollstuhl

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Kassel. Es ist eine ganz neue Perspektive für Mischlingshund Uli. Plötzlich kann er die die Welt wie ein ganz normaler Vierbeiner sehen. Das war bisher nicht möglich. Denn Uli wurde mit nur zwei Beinen geboren.

Video vom Zwei-Bein-Hund Uli

Die Vorderbeine fehlen dem schwarzen Rüden. Aus diesem Grund konnte er nur auf dem Boden robben oder wie ein Känguru hüpfen.

Damit Uli, der seit dem 11. November im Kasseler Tierheim Wau-Mau-Insel lebt, seine Hinterbeine nicht zu sehr belastet und keine langfristigen Schäden davonträgt (er könnte an Arthrose erkranken), hat er jetzt einen speziell für ihn angefertigten Hunde-Rolli.

Maßanfertigung

Karsten Plücker, Leiter der Wau-Mau-Insel, hat sich darum gekümmert, dass dem zweibeinigen Hund die Gehhilfe maßgefertigt worden ist. Ein Tierorthopädietechniker aus Nordrhein-Westfalen hat das besondere Gefährt gebaut, die Hippokratesschule in Kassel hatte 1100 Euro für das Material gespendet.

Wetten, dass ...

Für Uli ist es noch ungewohnt, dass sein Brustkorb gestützt wird. Mit einem Geschirr wird der Hund an dem Rolli befestigt. „Es wird zwei bis drei Wochen dauern, bis er sich damit fortbewegen kann“, schätzt Plücker. Uli kenne ja solch eine Haltung gar nicht. Doch der Tierheimleiter ist zuversichtlich. Irgendwann werde es „klick machen“ und der lebensfrohe Hund werde sich mit seinem Rollstuhl fortbewegen. Plücker hat sogar schon eine Idee, wie man diesen Fortschritt medienwirksam umsetzen kann. Wenn Uli mit dem Rolli läuft, will er sich mit dem Hund bei der ZDF-Show „Wetten dass ...“ bewerben. Plücker wettet, dass Uli mit dem Hunde-Rolli schneller unterwegs ist als der Deutsche Meister im 100-Meter-Lauf, wenn man diesen in einen Rollstuhl setzt. Doch bis Uli zu Thomas Gottschalk gehen kann, muss er noch üben.

Der Hund stammt von einem Bauernhof in Ungarn. Dort lebte er mit seinen Eltern und den beiden Brüdern, die ohne Behinderung zur Welt kamen. Als der Bauer starb, baten seine Kinder, die in Nordhessen leben, das Tierheim, die fünf Hunde aufzunehmen.

Bevor Karsten Plücker die Tiere in Obhut nahm, ließ er prüfen, wie es Uli mit dem Handicap geht. „Wenn er nur unter Qualen hätte leben können, hätten wir ihn einschläfern lassen“, sagt Plücker.

Doch Uli ist ein Hund, der offensichtlich das Leben mag. Er geht auf alle Menschen zu und lässt sich gern streicheln. Vielleicht ist er bald nicht nur einer der beliebtesten Hunde im Tierheim, sondern auch einer der flottesten.

Spenden an das Kasseler Tierheim Wau-Mau-Insel: Kasseler Sparkasse, BLZ: 520 503 53, Nr. 70 700.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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