Student kämpft gegen Tierverbot

Tierverbot im Studenten-Wohnheim - Kampf für Hündin Mia

Will seine Mia behalten: Tim Hoffmann hat sich die Mischlingshündin trotz des Haustierverbots in den Studentenwohnheimen angeschafft. Jetzt droht ihm die fristlose Kündigung, wenn er den Hund nicht abgibt. Foto: Koch

Kassel. Wohnheimplatz oder Haustier: Vor dieser Wahl stehen Studenten in Kassel. Denn in den Wohnheimen des Studentenwerks gilt ein grundsätzliches Haustierverbot. Dagegen macht jetzt der Lehramtsstudent Tim Hoffmann mobil, der in einer Fünfer-WG des Studentenwerks auf dem Campus wohnt:

Er selbst hat Fakten geschaffen und sich vor sechs Wochen einen Hund zugelegt. Jetzt droht dem 21-Jährigen die fristlose Kündigung, wenn er seine Mischlingsdame Mia nicht wieder abgibt.

Tim Hoffmann will den Streit mit dem Studentenwerk austragen – notfalls auch vor Gericht, wenn ihm jemand die Kosten für den Rechtsbeistand zahlt. Er ist der Meinung, dass das Haustierverbot rechtswidrig ist. In der Tat hatte der Bundesgerichtshof (BGH) im März entschieden, dass Mietvertragsklauseln, die es generell verbieten, Hunde und Katzen zu halten, unwirksam seien. Es müsse immer im Einzelfall zwischen den Interessen von Mieter, Vermieter und Nachbarn abgewogen werden.

Das Studentenwerk ist der Ansicht, die Entscheidung des BGH sei auf Wohnheime nicht anwendbar, sondern beziehe sich nur auf „normale“ Mietverhältnisse, sagt Sprecherin Brigitte Schwarz. In Wohnheimen - in Kassel und Witzenhausen gibt es insgesamt 1000 Plätze - sei die Fluktuation der Bewohner hoch.

Selbst wenn alle Beteiligten mit einem Hund oder einer Katze einverstanden seien, könne sich die Zusammensetzung im Wohnheim schnell ändern und ein neuer Mitbewohner mit dem Tier ein Problem haben. Schließlich gebe es auch Studenten mit einer Tierhaarallergie oder mit Angst vor Hunden, gibt Schwarz zu Bedenken. „Im Interesse dieser Studierenden können wir der Haltung von Hunden und Katzen in unseren Wohnheimen daher nicht zustimmen.“ Die Haltung von Kleintieren (Hamster, Kanarienvögel, Fische) in den Wohnheimzimmern sei nach vorheriger Zustimmung des Studentenwerks möglich.

Online-Petition

Tim Hoffmann hatte seine Mitbewohner vorher gefragt, ob es in Ordnung sei, wenn er sich einen Hund zulegt. Da sie und die gesamte Hausgemeinschaft einverstanden seien, sehe er keinen Grund, warum Mia weg muss. „Sie ist so ein süßer und toller Hund“, schwärmt er von der hellen Mischlingdame (Golden Retriever und Border Collie). Er hat eine Online-Petition gestartet und bereits 250 Unterstützer für sein Anliegen gefunden, dass das Haustierverbot fallen soll.

Auch die Studentenvertretung Asta fordert, dass die generelle Verbotsklausel gestrichen wird. Am Donnerstag findet ein Treffen von Tim Hoffmann, Asta und Studentenwerk statt. Sollte es zu keiner Einigung kommen, sagt Asta-Vorsitzender Eike Ortlepp, „schließen wir Rechtsmittel nicht aus.“

Übrigens: Hunde und andere Haustiere sind auch in Vorlesungen und Seminaren an der Uni nicht erlaubt. Daran stört sich Tim Hoffmann nicht. Solange bleibt Mia zuhause.

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