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Hunderte Studierende der Uni Kassel warten auf ihr Geld: Rückerstattung des Semestertickets verzögert sich

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Von: Katja Rudolph

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Die Campuskarte gilt auch als Fahrkarte im Nahverkehr in der Region.
Die Campuskarte gilt auch als Fahrkarte im Nahverkehr in der Region. © ANDREAS FISCHER/NH

Bis zu 1500 Studierende lassen sich pro Semester die Gebühren für das Semesterticket erstatten. Diesmal müssen sie viel Geduld mitbringen. Grund sind technische Probleme beim Asta.

Kassel – 150 Euro sind für Studierende viel Geld, insbesondere in Zeiten explodierender Energie- und Lebenshaltungskosten. So viel ist das Semesterticket wert, das Studierende der Uni Kassel als Teil der Semestergebühren bezahlen. Damit können sie den öffentlichen Nahverkehr in der Region unbegrenzt nutzen. Wer im Auslandssemester oder langfristig erkrankt ist oder soziale Härten nachweisen kann, kann sich den Betrag über den Asta zurückerstatten lassen. Doch genau dabei hakt es momentan.

Der Kasseler Jan Poguntke studiert dieses Semester in Irland. Bereits Ende August reichte der 25-Jährige seinen Antrag auf Rückerstattung des ÖPNV-Beitrags beim Asta ein. Der Asta handelt das Semesterticket mit den Verkehrsverbünden aus und ist auch für die finanzielle Abwicklung verantwortlich. Bis heute hat Jan Poguntke sein Geld nicht zurückbekommen. „Mich ärgert das einfach sehr“, sagt der Student, dessen Lebensunterhalt gesichert ist. „Aber insbesondere für Studierende mit sehr wenig Geld ist es von großer Bedeutung, dass die Rückerstattung zügig ausgezahlt wird.“

Am 3. Oktober hat Poguntke seinen Antrag nun ein zweites Mal eingereicht. Zuvor hatte der Asta in einer Rundmail alle Studierenden informiert, dass wegen technischer Probleme alle Anträge erneut gestellt werden müssten. Das bestätigt auf HNA-Anfrage die neue Studierendenvertretung, die am 6. Oktober gewählt wurde.

Hintergrund der Probleme ist der Ausfall der Software, mit der die Rückerstattungen bislang bearbeitet wurden. Diese sei so alt, dass die IT-Techniker der Uni massive Sicherheitsbedenken angemeldet und das System schließlich im August abgestellt hätten, sagt Richard Finger von der Asta-Spitze. Eine neue Version der Software sei in Auftrag gegeben, lasse aber leider auf sich warten. Daher müssten alle Anträge nun händisch auf Papier bearbeitet werden.

Wie viele Anträge bislang gestellt wurden, kann der Asta nicht sagen. In den vergangenen Jahren seien es bis zu 1500 gewesen. Wegen der sozialen Härten gehe man davon aus, dass es dieses Semester mehr Anträge seien, so Finger. Das Personal für die Rückerstattung habe man nun verdoppelt auf drei Sachbearbeiterstellen, um die Anträge möglichst zügig abzuarbeiten. Weil auch die Webseite des Asta nach einem Hackerangriff derzeit nicht erreichbar ist, sind die Anträge zum Download auf der Webseite der Uni bereitgestellt. Die Formulare können auch persönlich im Studierendenhaus abgeholt werden.

„Wir werden jeden Antrag bearbeiten“, versichert Sebastian Ehlers vom Asta. Dabei werde man auch kulant sein, was die Einreichungsfrist bis Mitte November betrifft. (Katja Rudolph)

Kontaktaufnahme per E-Mail: rueckerstattung@asta.uni-kassel.de

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