Gesamtschulen verzeichnen hohe Zahlen von Quereinsteigern

Hunderte wechseln pro Schuljahr von Gymnasien auf Kasseler Gesamtschulen

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Fast ein Drittel: Hunderte wechseln pro Schuljahr von Gymnasien auf Kasseler Gesamtschulen

Kassel. Jahr für Jahr werden aus Kassel Rekordeinwahlzahlen für die Gymnasien vermeldet. Blickt man aber am Ende auf die Zahl der Schüler, die an einem Gymnasium eine Abiprüfung ablegen, stellt man fest, dass pro Jahrgang hunderte Schüler verloren gegangen sind.

Im Schuljahr 2009/2010 waren es nach Angaben des Schulverwaltungsamts 687 Schüler, die in die fünfte Klasse eines Gymnasiums eingeschult wurden: auf die Albert-Schweitzer-Schule (ASS), das Friedrichs-, Goethe- und Wilhelmsgymnasium (WG) sowie auf das private Engelsburg-Gymnasium. Acht Jahre später peilen auf diesen Schulen nur noch 497 Schüler ihr Abitur an. Insgesamt 190 Kinder eines Jahrgangs sind verloren gegangen. Allein die ASS haben 56 Schüler, über ein Drittel des Abiturjahrgangs, verlassen, beim WG waren es 40.

Der Verlust von insgesamt mehreren hundert Gymnasiasten pro Jahrgang seit mindestens zehn Jahren sei eine konstante Größe, heißt es aus dem Schulverwaltungsamt.

Im Gegenzug verzeichnen einige Gesamtschulen hohe Zahlen an sogenannten Quereinsteigern, darunter viele Schüler, die von Gymnasien kommen. Allein die Schule Hegelsberg hat im zurückliegenden Schuljahr 89 Quereinsteiger aufgenommen. „Für viele Eltern zählt nur das Gymnasium“ kritisiert der Vorsitzende des Bundeselternrats, Stephan Wassmuth aus Lohfelden. Sie würden mit der Schulwahl ihre Kinder überfordern. Er habe den Eindruck, dass sich einige auch über die Empfehlung der Grundschulen hinwegsetzen.

In Infosveranstaltungen und Elternberatungen durch die Grundschulen werde darauf hingewiesen, dass „nicht immer der höchste Abschluss im Fokus stehen sollte.“ Wichtiger seien die „individuelle Lernentwicklung, Leistungsstand und Arbeitshaltung des Kindes“, sagt Sabine Schäfer vom Staatlichen Schulamt.

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