Tamilen wollen ihre in Pflegefamilien untergebrachten Töchter häufiger sehen

Hungerstreik fürs Sorgerecht: Paar stand vier Tage mit Zelt vor Rathaus

Sie wollen ihre Töchter sehen: Manchula und Thiagarasa Jeyarasan. Foto: Ludwig

Kassel. Vier Tage lang standen sie mit ihrem Zelt vor dem Rathaus. Das tamilische Ehepaar Thiagarasa und Manchula Jeyarasan war für das Sorgerecht für ihre beiden Töchter in Hungerstreik getreten.

Zwar sollte gestern der letzte Tag ihrer Protestaktion sein, doch auch danach wollten sie weiterkämpfen.

Er könne sich genau an den Tag erinnern, als das Jugendamt seine beiden heute 14 und elf Jahre alten Töchter aus der Familie genommen habe, sagt Ehemann Thiagarasa Jeyarasan. „Es war der 23. August 2006.“ Seitdem seien die Kinder in Pflegefamilien untergebracht. Der Vater beklagt, dass er und seine Frau ihre Kinder kaum sehen dürften. Nur alle sechs Monate gebe es Treffen.

Auf die Frage, warum die Behörde die Töchter in Pflegefamilien gegeben habe, sagt der Ehemann, sie hätten beide Neurodermitis. Obwohl die Jeyarasans vor dem Kasseler Rathaus streiken, ist die zuständige Behörde der Landkreis Kassel. Denn das aus Sri Lanka stammende Paar wohnt in Lohfelden, und auch seine Kinder sind im Kreis untergebracht.

Landkreis-Sprecher Harald Kühlborn sagte auf HNA-Anfrage: „Wenn wir Kinder in Pflegefamilien geben, dann liegen gravierende Gründe vor.“ Zudem geschehe dies immer nur in Absprache mit den leiblichen Eltern, mit denen eine Besuchsregelung getroffen werde. Zu den Details des Falls dürfe er aus Datenschutzgründen nichts sagen.

Von Bastian Ludwig

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