Kassels zentrale Lage hat keinen Einfluss auf Unpünktlichkeit von Fernzügen

IC-Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe: Hohe Verspätungsquote

Hier rollen die Fernzüge häufig verspätet ein: Der IC-Bahnhof Wilhelmshöhe schneidet auch im Februar schlecht ab. Foto: Janz / Archiv

Kassel. Auch im Februar gehörte der IC-Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe zu den deutschen Fernbahnhöfen mit der höchsten Verspätungsquote.

Regelmäßig werten wir in der HNA mithilfe des Kasseler Software-Unternehmens Eoda die Verspätungsstatistik für den Bahnhof Wilhelmshöhe aus. Diesmal schauen wir uns genauer an, welchen Einfluss die zentrale Lage Kassels auf die Pünktlichkeit der Züge hat.

Im Vergleich mit den 62 Fernbahnhöfen, in denen ebenfalls mehr als 1000 Züge im Monat einfahren, landet Wilhelmshöhe auf Platz 54. Im Februar fuhren 29,7 Prozent der Fernverkehrszüge mehr als sechs Minuten verspätet ein – Züge, die mehr als fünf Minuten und 59 Sekunden nach dem Fahrplan einrollen, gelten bei der Bahn als verspätet.

Eine denkbare Ursache für die hohe Verspätungsquote könnte die zentrale Lage Kassels sein.

Denn Wilhelmshöhe ist in der Regel nicht der Startpunkt der Verbindungen. Das heißt, wenn die Züge etwa in Berlin, München oder Hamburg gestartet sind, haben sie bis Kassel bereits eine größere Strecke zurückgelegt – die Wahrscheinlichkeit, dass sie verspätet sind, erhöht sich, so die Vermutung.

Da etwa der Münchner (Platz 8 von 62) und der Berliner Hauptbahnhof (Platz 3 von 62) tatsächlich zu den Bahnhöfen mit wenigen Verspätungen gehören, ließen wir die These von den Mitarbeitern der Kasseler Software-Firma Eoda überprüfen.

Andreas Wygrabek von Eoda hat dafür die häufigsten Verbindungen durch Kassel ausgewertet und überprüft, ob es bei den Verspätungen eine Rolle spielte, wie viele Haltepunkte ein Zug vor dem Eintreffen in Kassel passierte.

„Die Vermutung ließ sich nicht belegen“, sagt Wygrabek. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Zug in Kassel verspätet einrollt, stehe in keinem Zusammenhang mit der Strecke, die er zuvor zurückgelegt habe.

Vielmehr gebe es einzelne Streckenabschnitte, auf denen es oft zu Verspätungen komme und andere Abschnitte, auf denen die Züge verlorene Zeit wieder aufholten.

So könne es sein, dass ein Zug aus München in Kassel häufig verspätet einrolle, am Zielort Hamburg aber meist pünktlich sei.

Auf der von Eoda neu konzipierten Seite http://service.eoda.de können sich die Nutzer für jeden Bahnhof die Verspätungsquoten auswerten lassen. Auch die Ursachen werden aufgeführt.

Von Bastian Ludwig

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