Eröffnung heute vor 30 Jahren

ICE-Bahnhof Wilhelmshöhe brachte Aufschwung für Stadt und Region Kassel

Bahnhof Wilhelmshöhe von oben
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Der Bahnhof Wilhelmshöhe in Kassel von oben. Die Umgestaltung des Vorplatzes wurde immer wieder verschoben, soll aber nach der documenta 15 im Jahr 2022 endlich passieren.

Heute vor 30 Jahren, am 29. Mai 1991 begann ein neues Zeitalter für den Bahnverkehr in Nordhessen und Deutschland: Mit der Eröffnung des Bahnhofs Wilhelmshöhe startete auch der ICE-Verkehr im Land.

Kassel – Nach jahrelangen Planungen wurde heute vor 30 Jahren der Neubau des Bahnhofs Kassel-Wilhelmshöhe eröffnet. Mit ihm begann das ICE-Zeitalter in Deutschland. Zur Eröffnung am 29. Mai 1991 kam nicht nur der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker: In einer symbolischen Sternfahrt kamen fünf neue ICE-Züge aus Bonn, Hamburg, Mainz, Stuttgart und München in Kassel an.

Heute ist der Bahnhof ein wichtiger Wirtschafts- und Tourismusfaktor für Stadt und Region. „Die Entscheidung für den ICE-Bahnhof Wilhelmshöhe vor 30 Jahren war für Kassel eine der wichtigsten infrastrukturellen Entscheidungen nach der Wende, von der die Stadt und insbesondere der Stadtteil Bad Wilhelmshöhe stark profitieren“, sagt Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle.

Der Bahnhof habe dafür gesorgt, dass international agierende Unternehmen nach Kassel gekommen seien und die Stadt ein erfolgreicher Tagungs- und Kongressstandort geworden sei. In Zahlen drückt sich das so aus: Mit Geschäftsreisenden wurden im Jahr 2019 in Kassel 201 Millionen Euro erwirtschaftet – das seien fast 30 Prozent des gesamten Tourismussektors, teilt die Stadt mit.

Fast fertiggestellt: die neuen Wetterschutzhäuschen im Bahnhof Wilhelmshöhe in Kassel.

Als Teil der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Hannover und Würzburg, auf der Züge bis zu 280 Kilometer pro Stunde fahren können, ist Kassel-Wilhelmshöhe auch für die Deutsche Bahn von Bedeutung. „Vor 30 Jahren gab es den Begriff Mobilitäts-Knoten noch nicht, trotzdem haben unsere Vorgänger hier Innovatives gebaut“, sagt Klaus Vornhusen, Konzernbevollmächtigter der DB für Hessen. Die Verzahnung der Verkehrsmittel am Bahnhof sei das beste Mittel, „um die Menschen für die Verkehrswende zu begeistern“.

Trotz aller Vorzüge, hat es der Bahnhof auch noch heute schwer, die Herzen der Reisenden zu gewinnen – Gemütlichkeit war nie die erste Priorität. Daran wird gearbeitet: Im Juni sollen vier neue Wartehäuschen fertiggestellt werden, um Bahnfahrern Schutz vor Wind und Wetter zu bieten. Nach der documenta im nächsten Jahr soll zudem der Vorplatz neu gestaltet werden – für eine bessere „Ankommenskultur“, wie es von der Stadt heißt. (Gregory Dauber)

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