Geständnisse milderten das Strafmaß

Drogenhändler aus Kassel zu Gefängnis verurteilt

Kassel. Sichtlich angespannt wirkten die zwei Männer im Alter von 27 und 28 Jahren schon zu Beginn des dritten und letzten Verhandlungstages. Vier Jahre und drei Monate hieß dann das Urteil vor dem Landgericht Kassel für den 27-jährigen Hauptangeklagten.

Der ein Jahr ältere Angeklagte erhielt eine Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten. Sollte der 28-jährige Kasseler eine Drogentherapie in einer Entziehungsanstalt beginnen und diese erfolgreich abschließen, könnte ein Teil der Strafe auf Bewährung ausgesetzt werden, so Richter Jürgen Stanoschek.

In der Zeit von Juli 2012 bis September 2014 hatten die zwei Angeklagten in Kassel mit Rauschgift gehandelt. Der 28-jährige Angeklagte hatte zur Tatzeit Bewährung. „Das wirft einen Blick auf die Einstellung, die Sie seinerzeit hatten“, sagte Richter Jürgen Stanoschek.

Wäre er nicht von der Polizei gefasst worden, wäre der Angeklagte „tiefer in die Drogen abgetaucht“.

Richter Stanoschek bemängelte auch die „Sprachlosigkeit“ des 28-Jährigen, der während der gesamten Verhandlung nichts sagte und lieber seinen Verteidiger zu Wort kommen ließ. „Ich hoffe, dass Sie aus dem Verfahren was gelernt haben.“ Außerdem ermahnte der Richter den 28-Jährigen, an einer vermeintlich „heilen Welt“, die er auf Facebook mit seiner Freundin und Kind zeigt, aktiv zu arbeiten.

Beiden Angeklagten kam im Strafmaß zugute, dass sie ein Geständnis abgelegt hatten.

Der 27-jährige Haupttäter hatte professionell als Dealer gearbeitet. Er bestellte regelmäßig Drogen bei einem Lieferanten in steigenden Mengen. „Da steckt eine gewisse kriminelle Energie dahinter“, so Richter Stanoschek.

Die Strafe für den 28-Jährigen fiel milder aus, weil ihm bei den Taten eine „untergeordnete und weisungsabhängige Rolle“ zukam. Der Angeklagte sei „Bunkerhalter und Kurier“ bei den Taten gewesen. „Er hat auf Weisung des anderen Angeklagten gehandelt“, hatte der Staatsanwalt erklärt.

Der 28-jährige Kasseler sitzt bereits seit neun Monaten in Untersuchungshaft - eine Strafe, die ihn „nachhaltig beeindruckt habe“, so sein Verteidiger. „Es tut mir leid“, sagt der Angeklagte zu seinen Taten.

Der 27-Jährige sagte am Prozess-Ende: „Ich habe mein Leben versaut.“ (piu)

Rubriklistenbild: © dpa

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