„Ich war traurig und fassungslos“

Kasselerin berichtet vor Ort von Terror in Wien

 Christine Rogi (2.v.l.) mit Ehemann Clemens, Tochter Marlene und Mutter Gitte.
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Nordhessin in Wien: Christine Rogi mit Ehemann Clemens, Tochter Marlene und Mutter Gitte.

Die Terroranschläge von Wien schockieren Österreich, erschüttern Europa. Ein Angreifer schießt am Montagabend in der Innenstadt um sich, tötet mindestens vier Passanten, verletzt weitere Unschuldige und einen Polizeibeamten schwer.

Wien - Die in Kassel geborene Christine Rogi lebt seit zehn Jahren in Wien. Wie hat sie die Tat in der österreichischen Hauptstadt erlebt?

„Zur Zeit des Anschlags bin ich zum Glück gerade nach Hause gekommen“, erzählt die 40-Jährige. Dort habe sie aus der Online-Ausgabe der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“ von den Angriffen erfahren. „Ich war traurig und fassungslos“, sagt sie.

Terror in Wien: Erster Gedanke an den Anschlag

Auch am Morgen danach seien die Anschläge direkt präsent gewesen. „Natürlich war der erste Gedanke, ob alle Täter gefasst wurden“, sagt Rogi. Das österreichische Innenministerium habe alle Menschen aufgefordert, zuhause zu bleiben. Auch die Schulpflicht sei aufgehoben worden. Rogi: „Mein Mann und ich haben dann mit den Kindern gesprochen und ihnen die Lage erklärt. Beide waren nicht im Kindergarten beziehungsweise in der Schule und mein Mann und ich arbeiten von zuhause.“ Auch aufgrund des zweiten coronabedingten Lockdowns seien so wenige Personen wie lange nicht mehr auf der Straße unterwegs. Einzig mit dem Hund würden sich die Leute noch vor die Tür wagen.

Terror in Wien: Keine Angst vor weiteren Attacken

Angst vor weiteren Attacken habe sie nicht, erklärt Rogi. „Wir müssen jetzt optimistisch sein“, sagt sie. Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen habe am Montag in einer Rede anlässlich des neuerlichen Lockdowns davon gesprochen, dass nicht nur das Virus von Mensch zu Mensch weitergegeben werde, sondern auch Mut und Hoffnung. „Es ist eine absurde Situation. Als wäre Corona nicht schon genug Ausnahmezustand“, sagt Rogi. Sie hoffe, dass die Stadt bald wieder sicher sei und sie mit ihrer Familie zum „normalen Corona-Ausnahmezustand“ zurückkehren könne. (Von Pascal Spindler)

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