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Hubertus Meyer-Burckhardt: Darum sind Frauen die besseren Gesprächspartner

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Von: Matthias Lohr

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Redete im HNA-Podcast „Mensch Kassel“ nicht nur über sein neues Buch: TV-Produzent, Moderator und Autor Hubertus Meyer-Burckhardt neben seinem Interviewband „Zehn Frauen“.
Redete im HNA-Podcast „Mensch Kassel“ nicht nur über sein neues Buch: TV-Produzent, Moderator und Autor Hubertus Meyer-Burckhardt neben seinem Interviewband „Zehn Frauen“. © Andreas Fischer

Hubertus Meyer-Burckhardt ist als Produzent, Moderator und Autor erfolgreich. Im HNA-Podcast erzählt er, warum er sein neues Buch einer Kasseler Schauspielerin gewidmet hat.

Kassel – Den Moment, als er zum ersten Mal Barbara Rudnik begegnete, wird Hubertus Meyer-Burckhardt nie vergessen. Er war noch ein Teenager und stand mit seinem Kumpel Stefan Hunstein am Rosenhang am Rande der Kasseler Innenstadt, als die zwei Jahre ältere Rudnik in einem roten Cabrio vorfuhr – sie auf dem Beifahrersitz, am Steuer ein Disko-Betreiber, mit dem sie zusammen war. „Wir dachten, jetzt kommt Hollywood nach Kassel“, sagt Meyer-Burckhardt in der neuen Folge des HNA-Podcasts „Mensch, Kassel“. Angesprochen haben die beiden Rudnik natürlich nicht.

Es gibt wenige Menschen, die so unterhaltsam erzählen können wie der Produzent, Medienmanager und Moderator der „NDR Talk Show“. Die Schauspielerin Rudnik hat er erst auf der Münchner Filmhochschule wiedergetroffen. 2002 produzierte er den ZDF-Krimi „Tödliches Vertrauen“ mit ihr und Otto Sander – in Kassel, wo alle drei aufgewachsen waren. Nun hat der 65-Jährige der 2009 an Krebs gestorbenen Rudnik sein neues Buch gewidmet.

„Zehn Frauen: Meyer-Burckhardts Frauengeschichten“ ist eine kurzweilige Sammlung von Gesprächen, die er für seinen gleichnamigen NDR-Podcast führt. Dort redete er unter anderem mit Barbara Becker, Caren Miosga und Katrin Sass. Meyer-Burckhardt ist ein Frauenversteher. In seiner Sendung unterhält er sich ausnahmslos mit Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts. „Frauen erzählen mehr“, hat er festgestellt, während Männer immer nur über ihren Beruf und Fußball redeten.

Er hält nach Gesprächspartnerinnen Ausschau, „die nicht den sicheren Weg gegangen sind“. So wie Meyer-Burckhardt selbst, der in vier großen Unternehmen gearbeitet und zwei eigene gegründet hat, wie er sagt.

In der „NDR Talk Show“, die er mit Barbara Schöneberger moderiert, redet er gern über seine Heimatstadt, die er früh verließ. „Schon mit 15 hatte ich Fernweh – so wie andere Liebeskummer haben“, sagt er: „Ich wollte immer in die Welt hinaus. Nicht, weil ich Kassel nicht schön fand.“ Er ist überzeugt, dass er sich auch auf den Weg gemacht hätte, wenn er in der Weltstadt Hamburg aufgewachsen wäre, wo er nun zuhause ist.

2017 erfuhr der zweifache Vater, dass er Krebs hat. Die beiden Karzinome benannte er nach seinen Lieblingsautoren Franz Kafka und Bernard Shaw und schrieb darüber auch in seinem Bestseller „Diese ganze Scheiße mit der Zeit“.

Heute ist er längst wieder gesund. Die Zeit, die ihm bleibt, verbringt er auch mit Arbeit. Gerade verfolgt er zwei Filmprojekte, mehr will er aber noch nicht verraten.

Vielleicht arbeitet er noch einmal mit seinem Jugendfreund Stefan Hunstein zusammen. Gerade hat er den Schauspieler in Bochum besucht. Sie redeten viel über einst: „Wir haben uns ohne Ende an früher erinnert. Aber ein Heimatgefühl verbinde ich mit Kassel nicht.“ Trotzdem bleibt er ein Kassel-Fan.

Als er im HNA-Podcast gebeten wird, drei Dinge zu nennen, die er mit seiner Heimatstadt verbindet, sagt er als erstes: „Der Duft der Ahlen Wurscht.“ Dabei isst er die nordhessische Spezialität gar nicht mehr – seit drei Jahren ernährt er sich vegetarisch. (Matthias Lohr)

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