„Ich wünsche mir Bürgerstolz“

Jubiläumsjahr: In Kassel soll 2013 gefeiert werden. Unser Bild entstand 2009 beim Zissel.

Kassel: Ein Interview mit Oberbürgermeister Bertram Hilgen zu den Vorbereitungen für das Jubiläum 1100 Jahre Kassel

Was ist das Ziel der Konferenzen?

Wir wollen aber so wenig wie möglich beeinflussen. Wir sind vor allem Organisationsplattform für die Vorschläge der Bürger. Die Kasseler sollen Akteure sein, nicht nur Zuschauer. Der Fokus ist auch nicht, 2013 möglichst viele Gäste nach Kassel zu locken. Die Einwohner sollen ihre Stadt noch besser kennenlerne und eine höhere Bindung zu ihr entwickeln.

Es fällt auf, dass die eingebrachten Vorschläge sehr weit auseinandergehen und häufig die bereits bekannten Interessen einzelner Akteure darstellen. Kann unter dem Logo „1100 Jahre Kassel“ jeder anbieten, was er für richtig hält?

Hilgen: Grundsätzlich gilt doch, dass Kassel auch unabhängig vom Jubiläumsjahr lebt - vieles würde also auch passieren, wenn wir 2013 nicht Jubiläum feierten. Es gibt einen Magistratsbeschluss, wonach ein Kuratorium festlegen soll, wie das Festprogramm aussieht. Die Grundsätze dafür hat der Magistrat ebenfalls beschlossen und sie sind sowohl bei der Auftaktveranstaltung als auch bei den Plattformen auf große Zustimmung gestoßen. Wir werden also nicht nur feiern, sondern auch ernsthafte Auseinandersetzungen führen. Das Schwierige an dem offenen Ansatz ist, dass wir jetzt noch nicht wissen können, was genau dabei herauskommt - mein Wunsch ist aber, dass sich aus dem Projekt Bürgerstolz entwickelt.

Wie erreichen Sie diejenigen, die nicht ohnehin schon viel machen und mit Projekten in der Öffentlichkeit stehen?

Hilgen: Viele Kulturschaffende haben sich bereits sehr frühzeitig beteiligt. Andere Gruppen, wie zum Beispiel Kassels Sportvereine, in denen mehr als 40.000 Menschen organisiert sind, bringen sich später ein und werden kurzfristiger auf den Punkt hinarbeiten. Für viele Menschen ist 2013 noch weit weg, aber bürgerschaftliches Engagement braucht Zeit zur Entwicklung. Große Unternehmen werden über eigenes Engagement auch ihre Mitarbeiter zur Teilnahme motivieren. Wir sind auch mit den großen Einrichtungen wie der MHK und dem Staatstheater im Gespräch. Sie werden das Jubiläum in eigenen Veranstaltungen aufgreifen.

Wie viele Menschen arbeiten in der Stadtverwaltung am Jubiläum?

Hilgen: Im Moment ist eine Mitarbeiterin im Projektbüro beschäftigt, außerdem Herr Nordhoff als freier Mitarbeiter. Später kommen weitere Mitarbeiter im Rathaus und beispielsweise auch Kassel Marketing hinzu.

Wie viel Geld kosten die Vorbereitungen?

Hilgen: Im Haushalt sind 65.000 Euro pro Jahr plus eine Mitarbeiterin veranschlagt. Hinzu kommt das Honorar von Herrn Nordhoff, der aber auch an anderen Themen arbeitet, wie etwa der Profilierung des Themas Grimm für Kassel. Für das Jahr 2013 werden wir 200 000 Euro in den Haushalt einstellen. Außerdem sollen die städtischen Unternehmen ihre Imagewerbung auf das Jubiläum konzentrieren. (w.f./hai)

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