Rossing war nicht zu erreichen

Idee für Salzmann: Buntpapierfabrik würde gern Geländeteil übernehmen

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Kassel. In die verfahrene Situation um die weitgehend ungenutzte Industriebrache Salzmann in Bettenhausen könnte Bewegung kommen. Denn der geschäftsführende Gesellschafter der Buntpapierfabrik Ludwig Bähr, Frank Barthel, interessiert sich für einen Teil des großen Areals.

Das erklärte der Unternehmer auf Anfrage der HNA.

Er sitzt mit seinem Traditionsbetrieb nur einen Steinwurf entfernt auf der anderen Seite der Sandershäuser Straße. „Bei uns ist es sehr beengt, wir brauchen Reserve- und Expansionsflächen“, sagte Barthel. Er könne sich vorstellen, 18.000 Quadratmeter Freifläche zu übernehmen, um darauf eine Logistik- und Produktionshalle zu errichten. „Aber es gibt noch keinerlei konkrete Abmachungen mit der Bad Hersfelder Rosco-Gruppe“, betonte Barthel. Es habe bislang nur Vorgespräche mit Geschäftsführer Dennis Rossing gegeben. Es sei nicht einmal klar, ob die Stadt mitspiele.

Rossing war am Dienstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Bislang

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sind alle Pläne zur Wiederbelebung des in Teilen unter Denkmalschutz stehenden Geländes gescheitert. Zunächst sollte dort ein riesiges Einkaufszentrum entstehen, was aber auf massiven Protest der Innenstadt-Kaufleute stieß. Eine politische Mehrheit für das umstrittene Projekt kam nicht zustande. Danach wurde eine Multifunktionshalle für sportliche und kulturelle Veranstaltungen angestrebt. Weil aber die Huskies als einer der Hauptnutzer just zu jenem Zeitpunkt abstiegen, sich kein Sponsor fand und zudem die Finanzierung schwierig gestaltete, wurde auch aus diesen Plänen nichts.

Zuletzt sollte Salzmann zum technischen Rathaus Kassels umfunktioniert werden. Dies scheiterte aber an einem Endlosstreit zwischen Rossing und Stadt. Vor einem Jahr kündigte er entsprechende Verträge.

Jetzt ist wieder alles offen. Im Stadium der Vorüberlegung befindet sich ein neuer Ansatz. Die 1891 entstandene, für damalige Verhältnisse riesige Textilfabrik könnte auch in ein Mischgebiet mit Studentenwohnungen, Gewerbe- und kleinteiligen Handelsflächen umgewandelt werden. Es gibt auch Überlegungen, dort einen großen Einzelhandelsmarkt anzusiedeln. Die Einzelhandelskette hat großes Interesse an einem Standort in Kassel, wo sie derzeit noch nicht präsent ist. In der Region ist die zum Discounter Lidl gehörende Kaufland-Gruppe nur in Schwalmstadt, Eschwege, Korbach, Göttingen und Northeim vertreten. Die Gruppe setzt mit fast 1100 Filialen im In- und Ausland und gut 68.000 Mitarbeitern zwischen 5,5 und sechs Mrd. Euro im Jahr um.

Von José Pinto

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