Mitarbeitervorschläge in Unternehmen

Wie Ideen zu Geld werden: Kasseler Wirtschaftspsychologin forscht

Sandra Ohly

Kassel. Eine gute Idee kann einer Firma Geld sparen. K + S hat in den vergangenen zehn Jahren 42 Mio. Euro durch Mitarbeitervorschläge eingespart. Im Kaliwerk Werra hat ein Mitarbeiter eine Vorrichtung für das Abziehen von Motorkupplungen bei Lüftermotoren oder Antrieben von Ladefahrzeugen konstruiert.

So ist der Arbeitsvorgang wesentlich einfacher, schneller und sicherer geworden. Wie kann eine Firma dafür sorgen, dass Ideen von Mitarbeitern eingebracht werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich Prof. Sandra Ohly, Wirtschaftspsychologin der Uni Kassel, in einer Studie. Ziel ist es, Erfolgsfaktoren und Hemmnisse im Ideenmanagement zu ermitteln. Die Erhebung wird mit der Uni Marburg erarbeitet.

Die Gründe für ausbleibende Vorschläge seien vielfältig, sagt die 37-Jährige. „Entweder man hat keine Ideen oder man will sie nicht einreichen.“ Oder die Beschäftigten würden nicht genügend Einblicke in Betriebsabläufe haben, um Verbesserungsvorschläge machen zu können.

Denkbar sei aber auch, dass Angestellte nicht motiviert sind, ihrem Arbeitgeber einen Vorschlag zu unterbreiten. „Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass es ein schlechtes Betriebsklima gibt oder Mitarbeiter sich nicht fair behandelt fühlen“, sagt Ohly. Der banalste Grund für ein nicht funktionierendes Vorschlagswesen sei, dass die Einrichtung unter den Mitarbeitern schlicht nicht bekannt ist.

Aus der Studie, für die Ohly noch Teilnehmer sucht, können Firmen wichtige Erkenntnisse zur Verbesserung ihres Ideenmanagements bekommen. Damit könnten nicht nur Kosten reduziert werden. Häufig lieferten Mitarbeiter auch Ideen zur Produktverbesserung, sagt Ohly. Zudem seien Mitarbeiter motivierter, wenn sie merken, dass sie Mitwirkungsmöglichkeiten haben.

Erste Ergebnisse aus dem von den Marburger Kollegen vorgenommenen Teil der Untersuchung, bei dem die Verantwortlichen für das betriebliche Vorschlagswesen befragt wurden, liegen bereits vor. Auffällig sei dabei, dass es in fast allen teilnehmenden 115 Unternehmen keine Verknüpfung zwischen dem Ideenmanagement und den Abteilungen gibt, in denen es um Neuheiten (Innovationsmanagement), um Verbesserung von Produkten (Qualitätsmanagement) sowie um das Speichern wichtiger Informationen geht (Wissensmanagement).

Ideen könnten in mehreren dieser Bereiche verwendet werden, sagt die Wirtschaftspsychologin, vorausgesetzt, sie sind vernetzt. „Das fängt schon damit an, dass sie die gleiche Software benutzen sollten.“

Von Katja Rudolph

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