So soll ihre Stadt in der Zukunft aussehen

450 Ideen für Kassel: Bürger machen bei Uni-Projekt mit  

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Vielfältig und bunt: Student Tobias Fey mit einem der über 120 Modelle, die bei der Mitmach-Aktion in der Karlskirche gebaut wurden. In den Modellen konnten die Kasseler ihre Vorstellungen und Wünsche für ihre Stadt von morgen bereits verwirklichen.

Kassel. Die Königsstraße ohne Straßenbahnen, einheitliche Fahrradwege, belebtes Fuldaufer: Das sind nur drei der über 450 Ideen, die die Bürger Kassels im letzten halben Jahr bei den Studenten des Uni-Projektes NextKassel eingereicht haben.

Auf der Online-Plattform www.nextkassel.de wurden in dieser Zeit nicht nur die Vorstellungen der Bewohner für ein Kassel von morgen gesammelt, es wurde auch rege über ihre Ideen diskutiert.

Die Projektteilnehmer von NextKassel waren selbst ein bisschen überrascht über das große Interesse der Kasseler an der Weiterentwicklung der Stadt. „Es gibt eine neue Lust am Selbermachen. Menschen wollen mitgestalten”, fasst Studentin Joana Al Samarraie die hohe Resonanz zusammen. Bei einer Mitmach-Aktion in der Karlskirche, die am 7. und 8. Februar stattfand, wurden die besten Ideen gewählt und in einem Expertencheck von Stadtplanern und Stadtverordneten auf ihre Umsetzbarkeit und Finanzierbarkeit überprüft.

Jetzt beginnt die nächste Phase von NextKassel auf dem Weg zu einer Stadt, die nach den Vorstellungen der Kasseler Bürger gestaltet ist. Im kommenden Semester werden die beliebtesten der eingereichten Ideen von den Studenten weiterentwickelt und sollen anschließend in der „Bürgervision NextKassel” veröffentlicht werden.

„Die Veröffentlichung der Ideen in einem Buch hat eine ganz andere Wirkung als das Sammeln, Bewerten und Diskutieren auf einer Online-Plattform”, so Prof. Julian Petrin, Stadtplaner, Betreuer und Initiator des Projektes: „Sie kann als Instrument der Stadtplanung genutzt werden.”

Finanzierung gestartet

3000 Euro brauchen die Kasseler Studenten rund um ihren Professor, um mit ihrem Projekt in diese nächste Phase eintreten zu können. Anstatt auf die altmodische Art nach Sponsoren zu suchen, setzen die Projektteilnehmer auch hier auf ein alternatives Finanzierungsmodell: Crowdfunding, zu deutsch Schwarmfinanzierung. Dafür nutzen sie die gestern online gegangene Crowdfunding-Plattform der Universität Kassel, www.unikat-kassel.de, aber auch das bereits etablierte Portal www.startnext.de. Besonders an dieser Art des Geldsammelns ist, dass das NextKassel-Team und andere potentielle Geldgeber immer sehen können, wie hoch das Interesse und der aktuelle Finanzierungsstand sind. Und wenn die benötigte Summe nicht zusammen kommt, bekommen alle ihr Geld zurück.

Mehr Informationen über die Ideen gibt es auf www.nextkassel.de.

Kontakt: Universität Kassel, Fachgebiet Stadtentwicklung & Stadtmanagement, Torhaus A Raum 0105, Gottschalkstraße 22, 34127 Kassel, mail@nextkassel.de, Tel.: 0561/35 02 95 03.

Von Sarah Stehr

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