Kasseler Studenten haben Vorschläge von Bürgern gesammelt - Finale am Samstag

666 Ideen für die Stadt

Am Samstag ist es so weit: Die Studenten Maik Bock (von links), Carolin Krumbholtz, Lisa-Marie Schmidt und Thi Hong Cam Vo bereiten die Nextkassel-Abstimmung vor. Foto: Schaffner

Kassel. Wie sieht Kassel in 20 Jahren aus? Geleitet von dieser Frage haben Studenten der Uni Kassel über neun Monate genau 666 Ideen aus der Kasseler Bevölkerung gesammelt. Am kommenden Samstag, 12. Juli, stellen sie die Ideen mit ihrem Projekt „Nextkassel“ bei der Kasseler Sparkasse an der Wolfsschlucht zur Abstimmung.

„Wir verstehen uns als Plattform, die Ideen in der Stadt kanalisiert und daraus eine Bürgerstadtvision entwickelt“, sagt Studentin Lisa-Marie Schmidt. Langfristiges Ziel sei es, diese Vision in die Realität umzusetzen. „Garantieren können wir das nicht, wir sorgen aber dafür, dass die Stimmen der Bürger gehört werden und über eine Realisierung diskutiert wird“, sagt die 26-Jährige, die wie die meisten der 30 Projektmitglieder am Fachbereich Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung (ASL) studiert.

Die Studenten haben seit Oktober über ihre Internetseite, bei Veranstaltungen und in der Fußgängerzone Kasseler Bürger nach ihren Wünschen befragt. Bis gestern gingen bei ihnen 666 Ideen ein, die sie insgesamt 22 Stadtszenarien zugeordnet haben. Auf das Szenario „Mit Bus und Bahn überall hin“ entfallen mit 43 die meisten Ideen. „Das zeigt, dass der ÖPNV viel mehr zu bieten hat und Veränderungen gefordert werden“, sagt Lisa-Marie Schmidt.

Eine Tram nach Waldau

So wünschen sich die Ideengeber beispielsweise eine Straßenbahn nach Waldau und Lohfelden, den Ausbau des Busbahnhofs in Bad Wilhelmshöhe und eine Tramverbindung über den Steinweg. „Erst einmal sind die Szenarien nur Entwürfe“, betont die Studentin. Mithilfe der finalen Abstimmung am Samstag, aus der die drei beliebtesten Szenarien hervorgehen werden, könnten sie dann konkret ausformuliert werden.

Unterstützt werden die Studenten von Julian Petrin, der als Gastprofessor am Fachbereich ASL das Projekt ins Rollen gebracht hat. „Die drei gewählten Szenarien werden im nächsten Semester vertieft“, sagt der 46-Jährige: „Wir treiben dann die Gespräche mit der Stadt und anderen Entscheidern voran und schauen, was sich wann in welcher Form umsetzen lässt.“

Schon jetzt besteht die Möglichkeit, online für die jeweiligen Szenarien zu votieren. Bis gestern hatten bereits 8200 Menschen per Mausklick abgestimmt. „Die bisherigen Votings werden natürlich mitgerechnet, allerdings hat die Abstimmung vor Ort mehr Gewicht, da nicht alle Zielgruppen über das Internet erreichbar sind“, sagt Lisa-Marie Schmidt. Die Internet-Abstimmung ist noch bis Freitag, 18 Uhr, freigeschaltet: www.facebook.com/Nextkassel

HINTERGRUND

Von Sebastian Schaffner

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