Industrie- und Handelskammer: Der nordhessischen Wirtschaft geht es gut

Industrie- und Handelskammer: Der nordhessischen Wirtschaft geht es gut

Die IHK Kassel-Marburg hat den Frühsommer-Konjunkturbericht vorgelegt. Archivfoto: Fischer

Kassel. Der Wirtschaft in der Region geht es derzeit gut. So steht es im aktuellen Konjunkturbericht der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg.

„Das Wirtschaftsjahr 2015 entwickelt sich aktuell im Kammerbezirk noch besser als erwartet“, sagt IHK-Geschäftsführer Thomas Rudolff. Die Unternehmen in Nordhessen und Marburg vermeldeten bei der aktuellen Lagebeurteilung hervorragende Zahlen. Aber auch die Aussichten für die kommenden Monate seien gut.

Thomas Rudolff

Die IHK Kassel-Marburg hat circa 74.000 Mitgliedsunternehmen. 457 davon haben für den Frühsommer-Konjunkturbericht Auskunft gegeben. Besonders positiv schätzen die Firmen in Einzelhandel und Industrie ihre jetzige und zukünftige Lage ein. Nicht so gut schaut es im Kreditgewerbe aus. Banken und Sparkassen leiden unter der Niedrigzinspolitik.

Vor allem zwei Faktoren sorgen dafür, dass die Wirtschaft brummt. Zum einen der Export, der durch den schwächelnden Euro angekurbelt wird. Für ausländische Unternehmen sind deutsche Wirtschaftsgüter derzeit preisgünstig zu erwerben.

Zweiter Faktor: Viele Menschen gönnen sich etwas und kaufen Konsumgüter. Das kurbelt den Handel an und hat ebenfalls mit den niedrigen Zinsen zu tun. Denn Sparen lohnt sich überhaupt nicht.

Euro und Ölpreis haben aber nach Einschätzung der IHK die Tiefstkurse gesehen. Der prognostizierte weitere Euroverfall sei nicht eingetreten, erklärt Rudolff. Der Ölpreis werde in den Sommerferien vermutlich ansteigen.

Weil zudem China und die USA ihre Wirtschaftsprognosen eher nicht halten könnten, fällt der Blick in die nahe Zukunft skeptisch aus. „Für die kommenden Monate ist eine gefährliche Suppe angerührt“, beschreibt Rudolff die Lage. Das Vertrauen der Unternehmen in die wirtschaftspolitische Kompetenz der Politiker sei so niedrig wie seit Langem nicht. Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen würden von den Unternehmen aktuell als größtes Risiko bewertet. „Hier muss dringend vonseiten der Politik nachjustiert beziehungsweise umjustiert werden“, fordert Rudolff. 

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