Palliativ-Teams stehen Kranken bei ihrem letzten Lebensabschnitt zur Seite

Ihre Hilfe lindert Schmerz

In Stadt und Kreis unterwegs: Fachkrankenschwester Hanne Weishaupt (von links), Dr. Christian Krieg-Hartig und Susanne Keidler-Zindel vom DRK-Palliativ-Care-Team. Foto: Schachtschneider

Kassel. Lachen ist erlaubt – selbst wenn man täglich mit dem Tod zu tun hat. „Unsere Patienten wollen schließlich leben und nicht über Trauer reden“, sagt Susanne Keidler-Zindel. Sie ist Fachkrankenschwester im Palliativ-Care-Team des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Kassel-Hofgeismar.

Täglich haben Keidler-Zindel und ihre Kollegen Kontakt mit Menschen, die unheilbar krank sind. Sie telefonieren mit ihnen, machen Hausbesuche und kommen notfalls mitten in der Nacht. Die Palliativmedizin soll dabei weder das Leben verkürzen noch verlängern. Es geht schlicht um mehr Lebensqualität für unheilbar Kranke. Im Vordergrund steht die Linderung der Schmerzen oder der Beschwerden wie Atemnot.

Drehtüreffekt vermeiden

Das erfolgt mit Medikamenten, aber auch auf psychische und soziale Bedürfnisse gehe man ein. „Manchmal dauert ein Gespräch eben zwei Stunden“, sagt Krankenschwester Hanne Weishaupt. Das Care-Team bereitet auch Angehörige darauf vor, im Notfall selbst Beschwerden zu lindern. Ziel ist, den sogenannten Drehtüreffekt zu vermeiden, die wiederholte Einlieferung in die Klinik und Entlassung. Mit Erfolg: Tatsächlich kämen nur drei bis vier Prozent der Patienten in die Klinik.

Einen etwas anderen Ansatz verfolgt das Rotes Kreuz Krankenhaus (RKH): „Wir unterscheiden nur auf dem Papier zwischen ambulanten und stationären Patienten“, sagt Palliativmediziner Dr. Wolfgang Spuck. Man versorge Patienten sowohl in der Klinik als auch zu Hause. Diese Möglichkeit haben allerdings auch DRK-Patienten: Es sei jederzeit möglich, sich für eine Einlieferung zu entscheiden.

Und so bleibt der große Unterschied zwischen den Anbietern vor allem die räumliche Verbreitung: Das Palliativ-Team des Roten Kreuz Krankenhauses versorgt ganz Nordhessen, das Palliativ-Care-Team des DRK die Stadt Kassel und den Landkreis Kassel mit dem Kreisteil Wolfhagen. (gör) Archivfoto: Heise-Thonicke

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