Marianne Schoppan und das Kasseler Figurentheater feiern im Oktober 20-jährige Bühnenpräsenz im Dock 4

Ihre Puppen sprechen türkisch

Schon lange berentet: Der 24-jährige Pampe (links) ist eigentlich schon lange im Ruhestand – aber als Herzensfigur von Puppenspielerin Marianne Schoppan tritt er ab und an mal wieder in Aktion. Hier ein Treffen mit den drei Schweinen Max, Rieke und Toni. Foto: Koch

Kassel. Kinder lieben Puppentheater – viele Erwachsene ebenso. Das Spiel mit den kleinen Figuren unterhält, fasziniert und begeistert. Ein Grund, warum das Kasseler Figurentheater schon seit 20 Jahren seinen festen Platz im Kasseler Dock 4 hat.

Am 18. September 1994 eröffnete der Verein Kasseler Figurentheater mit den Bühnen Theater Kleine Welten, Puppentheater Kolibri, Figurentheater Albert Völkl und Puppentheater Marianne Schoppan sein neues Domizil im Kulturhaus Dock 4. Das 20-jährige Bestehen soll am 12. Oktober mit einem großen Fest und einer Jubiläumsspielreihe von Oktober bis Dezember gefeiert werden. Viele neue Stücke und Inszenierungen gilt es bis dahin einzustudieren und zu entwerfen. Unter anderem das Bühnenbild für Marianne Schoppans Stück „Die drei Schweinchen“.

Kein Kinderkram

Schon seit 30 Jahren haucht die studierte Sozialpädagogin eigentlich leblosen Gegenständen eine Seele ein und lässt sie so ausdrucksvoll und quicklebendig wirken, dass es eine Freude ist, zuzuschauen. Und genau das sei ihr schönster Lohn, sagt Schoppan: „Die staunenden und strahlenden Gesichter der Zuschauer während einer Vorstellung sind unfassbar schön.“ Auch das Interagieren mit den Kindern, die gebannt am Spiel teilnehmen und teilweise auch warnend eingreifen, halte jung und erfrische das Spiel und sie selbst. Denn obwohl der Job körperlich anstrengend ist, sie sich auf Tourneen oft einsam fühlt, die Arbeitszeiten alles andere als familienfreundlich sind und das Einkommen gering ist – Marianne Schoppan könnte sich keinen schöneren Beruf vorstellen.

„Das Puppenspiel ist ein seltener und besonderer Beruf“, erklärt die 62-Jährige, die seit 1984 für Kinder spielt.

Kinderkram sei das Puppenspiel deshalb aber noch lange nicht. Ganz im Gegenteil, so Schoppan: „Figuren- und Puppentheater ist eine Kunstform, mit der sich so viele Emotionen ausdrücken lassen und die auch erwachsene Menschen tief bewegen kann. Egal welchen Alters und Nationalität.“

Bilinguales Spiel

2004 gründete Marianne Schoppan ihr gleichnamiges Puppentheater. Vorausgegangen waren zwei Jahrzehnte gemeinsamer Arbeit mit Anne Weindorf im Puppentheater Knorzkopp. Seit 2005 liegt ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit in der zweisprachigen Inszenierung ihrer Stücke in Deutsch und Türkisch. Mit der Besonderheit des bilingualen Spiels ist sie daher oft Gast auf Festivals im gesamten Bundesgebiet. Dabei entstehen alle Produktionen in Zusammenarbeit mit Theaterprofis und Künstlern in den Bereichen Dramaturgie, Regie, Musik und Figurenbau.

Weitere Informationen unter www.kasselerfigurentheater.de Hintergrund

Von Melanie Triesch

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