Heiko Schulze veräußert den Kunst-Nachlass von Antje-Marie Seiffert zugunsten der HNA-Aktion Advent

In ihren Bildern lebt sie weiter

Bilderschau: Der Künstler Heiko Schulze stellt die künstlerischen Arbeiten der im Frühjahr gestorbenen Antje-Marie Seiffert aus. Foto: Zgoll

Kassel. „Was für ein berührendes, großes künstlerisches Werk!“ Der Keramiker Heiko Schulze ist selbst Künstler und stellt zurzeit die Arbeiten von Antje-Marie Seiffert aus. Sein Wunsch ist es, der vielseitig engagierten Frau, Grünen-Politikerin im Ortsbeirat der Südstadt und Biologin im Regierungspräsidium, ein würdiges Denkmal zu setzen. Seiffert ist im Juni im Alter von 55 Jahren unerwartet gestorben, wenige Monate nachdem bei ihr eine Lungenkrebserkrankung diagnostiziert worden war.

Farbenstarke Kunst

Dass sie wie eine Kerze, die an beiden Enden brennt, für ihre Ideale gelebt hatte, beweisen die vielen Spuren, die sie hinterlässt. Große Leidenschaft und ehrenamtliche Stunden investierte sie in das Renaturierungsprojekt Losse-Delta. Ihre Liebe zur Natur und zu Outdoor-Aktivitäten spiegeln sich bei Seiffert, die entweder mit ihrem Hund oder mit ihrem Fahrrad unterwegs war – in der heimischen Natur oder im fernen Island – in ihrer farbstarken Kunst wider.

Die ist auf den ersten Blick informell, doch zu erkennen sind Wasserläufe, Bäume, Uferränder und auf den Zeichnungen Früchte, Blätter und geheimnisvoll anmutende Gewächse. „Es widerstrebt mir, im Leben eines anderen Menschen herumzustöbern“, sagt Schulze, aber es bleibe nicht aus, zwischen dem Werk Seifferts und ihrer Biografie Zusammenhänge herzustellen.

„Ich kannte Frau Seiffert nicht“, sagt Schulze, „aber ich entdeckte das Riesen-Konvolut ihrer Arbeiten im Atelier einer befreundeten Künstlerin. Mit ihr hatte Seiffert zusammengearbeitet. Nach Seifferts Tod waren ihre heimatlos gewordenen Bilder dort gelandet und sollten für einen symbolischen Preis von rund zehn Euro pro Bild verkauft werden.

Zugunsten der Aktion Advent

Heiko Schulze war schockiert darüber, dass das Werk dieser Künstlerin – an die 200 Arbeiten – „so unter Wert“ verscherbelt werden sollte. So beschloss er, die Bilder an sich zu nehmen, zu sichten, zu bewerten, zu dokumentieren, auszustellen und zu einem angemessenen Preis zwischen 100 und 300 Euro zugunsten der HNA-Aktion Advent anzubieten.

Spontane Unterstützung für dieses Vorhaben bekam Schulze von der AG Südstadt. Deren Vorsitzender Harald Doenst, lange Vorsteher des Ortsbeirats Südstadt, kannte Antje-Marie Seiffert gut und stand ihr als Nachbar in den letzten Lebensmonaten zur Seite. Er und sein Stellvertreter Roland Schäfer sind der Meinung: „Das Engagement Schulzes ist ein großer Glücksfall. Die Einzelausstellung bildet einen würdigen Rahmen für das Gedenken an eine Frau, die unvergessen bleibt.“

Zu sehen sind die Bilder von Antje-Marie Seiffert bis Weihnachten in der Galerie, Tischbeinstraße 53 (neben der Weinhandlung Südhang), und in den neuen Galerieräumen von Heiko Schulze, Frankfurter Straße 48. Dienstag bis Freitag 12-18 Uhr, Samstag 12 bis 15 Uhr, Infos: Tel. 0157 / 72 02 76 39

www.keramik-figur.de

Von Christina Hein

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.