Filiale in Kassel feiert 40. Geburtstag

Ohne Erlaubnis: Ikea lässt Herkules in Gelb und Blau anstrahlen

Der Herkules in Kassel erstrahlt in Blau und Gelb.
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Herkules wurde zur Werbefläche: In der Nacht zu Freitag (02.10.2020) hat eine Kasseler Agentur im Auftrag von Ikea das Kasseler Wahrzeichen angestrahlt.

Die Ikea-Filiale in Kassel feiert ihren 40. Geburtstag mit einer ungewöhnlichen Aktion. Der Herkules erstrahlt in Blau und Gelb. Diese Werbung war nicht erlaubt.

  • Die Kasseler Ikea-Filiale feiert ihren 40. Geburtstag.
  • Eine Agentur nutzt den Herkules im Bergpark für eine Werbeaktion.
  • Eine Genehmigung dafür gab es nicht.

Kassel – Wer am Donnerstagabend um 23.15 Uhr seinen Blick auf den Herkules richtete, durfte sich wundern. Nachdem die offizielle Beleuchtung des Wahrzeichens wie jeden Abend abgeschaltet worden war, ging das Licht nach kurzer Zeit wieder an. Doch nun erstrahlte Kassels starker Mann in Blau und Gelb. Auf seinem Sockel erschien zudem der Schriftzug „40 Jahre Ikea Kassel“. Und so fragen wir uns: Thront er noch oder lebt er schon?

Agentur nutzt Herkules in Kassel als Werbefläche für Ikea-Werbung

Hinter der ungewöhnlichen Aktion für Ikea steckte die Kasseler Agentur Tigertatze. Sie hatte im Auftrag von Ikea Kassel den Herkules zur überdimensionalen Werbefläche gemacht. „Das ist Guerilla-Marketing“, erläutert Tigertatze-Geschäftsführer David Balhorn. Guerilla? Das klingt nicht ganz legal – und das war es auch nicht.

Auf Nachfrage bei der Museumslandschaft Hessen-Kassel (MHK) heißt es, dass die Aktion im Vorfeld weder bei ihr noch bei den Städtischen Werken, die für die Beleuchtung zuständig sind, angemeldet worden sei.

Kassel: Agentur hatte keine Erlaubnis für Ikea-Werbeaktion

Als Verwalter des Bergparks und des Herkules vermietet die MHK zwar regelmäßig einzelne Flächen der Welterbestätte auch für Promotion-Aktionen von Firmen gegen Gebühren. Allerdings ist wohl mehr als fraglich, ob eine derartige Werbeaktion am Herkules genehmigt worden wäre. Eine Sprecherin der MHK teilt mit, dass man nun mit Ikea Kontakt zur Klärung der Angelegenheit aufnehmen werde. Ikea habe seine Werbeaktionen in den MHK-Parkanlagen bislang immer vorher angekündigt und dafür auch die entsprechenden Gebühren bezahlt. MHK und Ikea werden sich da schon einig, glaubt Agenturleiter Balhorn.

Aus seiner Sicht war die Aktion, bei der Akkustrahler am Sockel des Herkules zum Einsatz kamen, ein Erfolg. Nachdem Fotos und Videos der ungewöhnlichen Beleuchtung auf Facebook und Instagram veröffentlicht wurden, habe es viele positive Reaktionen gegeben. Einige „Hass-Kommentare“ seien aber auch formuliert worden. Einer forderte gar eine Strafanzeige. „Wir haben doch nichts kaputtgemacht“, sagt Balhorn. Der Herkules war nur für wenige Minuten in den Dienst der schwedischen Möbelmarke gestellt worden. Nach 15 Minuten erloschen die Strahler wieder, und das Wahrzeichen versank in der dunklen Nacht. (Von Bastian Ludwig)

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