"Einkaufen bei Ikea ist nicht bequemer als früher, aber sicher und gesünder"

Ikea in Kassel wieder offen: So funktioniert das Einkaufen im Möbelhaus

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Das ist das neue Normal: Local Marketing Leader Kati Schröter (von links) und Einrichtungshauschef Andreas Pohl vor dem Kasseler Ikea. Mike und Tiziana Bernhardt ließen sich von Lucie Urbaniak beraten.

Sieben Wochen lang war das Kasseler Ikea geschlossen. Um den Besucheransturm zu bewältigen, ist im schwedischen Möbelhaus nun einiges anders.

Ausgerechnet an dem Tag, an dem das Kasseler Ikea nach sieben Wochen wieder öffnet, herrscht Ikea-Wetter. „Wenn es regnet und kalt ist, ist es immer voller“, sagt Standortleiter Andreas Pohl. Sonst freut er sich über viele Kunden, aber wegen Corona ist ein zu volles Möbelhaus schlimmer als ein leeres.

Mit einem umfassenden Sicherheits- und Hygienekonzept hat sich Ikea auf den erwarteten Ansturm vorbereitet. Die Kasseler profitieren dabei von den Erfahrungen aus den 26 Möbelhäusern des Konzerns, die bereits in den vergangenen Wochen öffneten. Mit am wichtigsten ist es, die Wartezeiten gering zu halten. Immer wieder benutzt Pohl das schöne Wort „Schlangenmanagement.“

Am Ende des Tages ist er froh, dass die ganz großen Schlangen ausgeblieben sind. Dabei war es am nasskalten Montag ein bisschen wie bei einer Neueröffnung. Pohl hat für jeden Kunden ein nettes Wort. Seine 300 Mitarbeiter kennt er alle mit dem Vornamen. Ständig sagt er Sätze wie: „Hallo, Kerstin, schön, dass du wieder da bist.“

Es dürfen aber nicht zu viele da sein. Maximal soll sich eine Person pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche aufhalten. An Ein- und Ausgang zählen Kameras jeden Besucher.

Mundschutz für alle und Plexiglasscheiben an den Kassen sind Standard. Die Reinigungsfirma desinfiziert jede Stunde die Displays, an denen sich Kunden informieren können. Selbst Stofftiere, die ein Kind aus dem Regal nimmt und woanders liegen lässt, werden zwei Tage weggelegt, damit sie nicht mehr ansteckend sind. Einkaufen bei Ikea, sagt Pohl, „ist nicht schöner und bequemer als früher, aber sicher und gesünder. Das ist das neue Normal.“

Das ist das neue Normal: Local Marketing Leader Kati Schröter (von links) und Einrichtungshauschef Andreas Pohl vor dem Kasseler Ikea. Mike und Tiziana Bernhardt ließen sich von Lucie Urbaniak beraten. 

Gar nicht bequem waren die vergangenen Wochen für Tiziana und Mika Bernhardt. Das Paar musste während des Shutdowns umziehen. Weil Ikea die Küche nicht rechtzeitig liefern konnte, haben die Bernhardts ihre alte ab- und erst einmal wieder aufgebaut. Die neue Küche soll Ende Mai kommen.

An diesem Montag schauen sie mit Sohn Samuel nach Wohnzimmermöbeln, denn „man kann nicht alles online machen“, wie Tiziana Bernhardt sagt. Sie findet gut, wie sicher Ikea das Einkaufen in Corona-Zeiten gemacht hat.

Auch andere Kunden loben das Konzept. Trotzdem könnten bald weniger Besucher kommen. Laut einer Umfrage will ein Drittel der Deutschen weniger Geld für Möbel ausgeben. Bislang verkauft Ikea jedoch mehr Möbel als vor einem Jahr, wie Pohl vorrechnet. Lediglich in den Markthallen aller Häuser sei weniger los: „Die Leute bummeln nicht mehr so gern.“

Frühestens in zwei Wochen wird das Kundenrestaurant wieder aufmachen. Es wird dann nur noch die Hälfte der 260 Plätze geben. Und ein neuer Gastraumkoordinator wird aufpassen, dass kein Single am Familientisch sitzt. Auch das ist das neue Normal.

Pohl hofft derweil, dass der erste Samstag nach der Wiederöffnung etwas unnormaler wird als sonst. Am Wochenende ist es üblicherweise am vollsten. Es könnte eng werden. Immerhin soll es bei 16 Grad und Sonne kein Ikea-Wetter geben.

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