Internationale Luftfahrtausstellung ILA

Luftfahrt wird immer wichtiger: 3000 Menschen in Nordhessen arbeiten in der Branche

+
Die nordhessische Luftfahrtindustrie, die konservativ gerechnet 3000 Menschen beschäftigt, erfreut sich einer guten Auftragslage, sieht aber deutlich mehr Potenzial als sie derzeit nutzt.

Kassel/Berlin. Die nordhessische Luftfahrtindustrie, die konservativ gerechnet 3000 Menschen beschäftigt, erfreut sich einer guten Auftragslage, sieht aber deutlich mehr Potenzial als sie derzeit nutzt. Das ist das Fazit der Unternehmen der Branche, die an der Internationalen Luftfahrtausstellung (ILA) in Berlin teilnehmen.

Sie ist bis zum kommenden Sonntag geöffnet. Gut 1200 Aussteller und 230 000 Besucher zählt die mit Le Bourget in Frankreich und Farnborough in Großbritannien größte Messe ihrer Art weltweit.

Für einige Unternehmen aus Kassel und Nordhessen war die Teilnahme an dieser Luftfahrtschau eine Premiere. So auch für das Competence Center Aerospace (CCA), dem regionalen Luft- und Raumfahrt-Netzwerk. Zu diesem gehören neben 32 Unternehmen auch Forschungseinrichtungen und Institutionen sowie als Premiumpartner die Uni Kassel und der Flughafen Kassel-Calden.

Das CCA, das unter dem Dach der Wirtschaftsförderung Kassel arbeitet, präsentierte sich an einem Gemeinschaftsstand mit dem landesweiten Netzwerk Hessen Aviation sowie den Sondermaschinen- und Anlagenbauern Beier (Kassel) und Koch (Baunatal).

Hintergrund: ILA

Die ILA ist bis einschließlich Sonntag von 10 bis 18 Uhr für den Publikumsverkehr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt regulär 22 und ermäßigt 14 Euro. Kinder bis sechs Jahren zahlen nichts. Gezeigt werden unter anderem 282 Fluggeräte, darunter die A380, der Militärtransporter A400M, zahlreiche Kampfjets wie F16, Tornado und Eurofighter, zivile und militärische Hubschrauber, darunter der Kampfhelikopter Tiger, der in Fritzlar stationiert ist, die Antonov 124, eine der größten Transportflugzeuge weltweit, eine Vielzahl von Oldtimern und Drohnen. Die Fluggeräte können zum Teil begangen werden. (jop)

Für Stefan Koch hat sich die Teilnahme an der Messe schon ab dem ersten Tag gelohnt. „Das Interesse an unseren Produkten ist groß, und wir haben eine Menge neuer Kontakte geknüpft“, sagte der Chef des mittelständischen Unternehmens. Ein Drittel seiner 60 Beschäftigten arbeitet für die Luftfahrt. Koch liefert unter anderem Vorrichtungen zur Prüfung von hydraulisch-mechanischen Systemen, Sonderanlagen und Werkzeug.

Auch bei Beier ist man zufrieden. Das Kasseler Unternehmen stellt Getriebekomponenten für den HubschrauberSpezialisten ZF in Calden her. Vertriebsmitarbeiter Thomas Ruh ist optimistisch, dass Beier schon bald mehr Kunden in dieser weltweit wachsende Branche gewinnen kann. Auch ZF selbst ist guter Dinge. Das Geschäft mit der Herstellung und Wartung von Hubschraubergetrieben brummt. Für CCA-Chef Dr. Matthias Jahnke ist klar: „Nordhessen hat sich gut verkauft, unser Stand war ständig belegt.“

Nicht alle, die luftfahrttechnisch unterwegs sind in Nordhessen, waren bei der ILA vertreten . Aber die Liste derer, die ihr Geld ganz oder teilweise in der Luft- und Raumfahrt verdienen, ist groß und wächst. Hübner in Kassel stellt Komponenten für Fluggastbrücken her, Polyma liefert Notstromaggregate und die Henschel Antriebstechnik stellt Getriebe für die ZF-Prüfstände her. ZF, Airbus Helicopters und Piper beschäftigten in Calden gut 500 Menschen, in Kassel kommen im Schulungszentrum Marbachshöhe nochmals 50 hinzu.

Aber auch Unternehmen wie B.Braun Melsungen (Bordapotheken), AKG in Hofgeismar (Wärmetauscher für Bordkühlschränke und Klima-Anlagen), die Eisengießerei Friedrich in Liebenau-Lamerden sowie der Tankwagen-Hersteller Esterer in Helsa liefern der die Luftfahrtbranche.

Von José Pinto

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.