Illustrator der Grimms

Künstler Albert Schindehütte mit ungewöhnlicher Doppelausstellung geehrt

Hat einen ganz eigenen Stil: Der aus Breitenbach stammende Illustrator Albert Schindehütte in der Neuen Galerie vor einem Straßenbild, das er 1960 einem Freund zur Hochzeit geschenkt und vor drei Jahren per Zufall wiederentdeckt hat. Foto: Lohr

Kassel. Die Arbeiten des aus Schauenburg-Breitenbach stammenden Illustrators Albert Schindehütte sind schon in vielen Museen gezeigt worden, aber womöglich noch nie an einem so passenden Ort wie dem Brüder-Grimm-Museum. Dort und in der Neuen Galerie nebenan wird morgen eine Doppelausstellung mit Schindehütte eröffnet.

Bernd Küster, Chef der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK), sagt: „Es gibt keinen Künstler, der den Grimm-Märchen so viel Aufmerksamkeit geschenkt hat wie er.“ Darum sind die beiden Häuser an der Schönen Aussicht bestens ausgewählt für den Künstler, der im Sommer 75 wurde.

Schindehütte, der in Kassel geboren wurde und im Schauenburger Ortsteil Breitenbach aufwuchs, hat eine beeindruckende Karriere hingelegt. Nach seinem Studium an der Kasseler Werkkunstschule gründete er 1963 in Berlin die Werkstatt Rixdorfer Drucke, die älteste noch bestehende Künstlergruppe. Zahllose Bücher hat der Wahl-Hamburger seither illustriert.

Im Palais Bellevue, wo noch das Brüder-Grimm-Museum untergebracht ist, sind nun Zeichnungen, Radierungen und Holzschnitte zu sehen, die seit 1985 entstanden. Die frühen Arbeiten werden in der Neuen Galerie gezeigt.

Dort hängt auch die erste Ausstellungskritik, die Alfred Nemeczek 1959 für die „Hessischen Nachrichten“ schrieb, aus der später die „HNA“ wurde. „Eine hohe grafische Begabung“ und eine „deutliche Tendenz zu einem eigenen Stil“ attestierte der Kritiker dem Nachwuchskünstler und verschaffte ihm einen ersten Job: Für zwölf Mark pro Zeichnung illustrierte Schindehütte in der Kasseler Tageszeitung Kurzgeschichten von Mark Twain und Anton Tschechow.

„Mehret die Anfänge“ (Neue Galerie), „Des Raben Wunderhorn“ (Palais Bellevue): Eröffnung am morgigen Sonntag, 11 Uhr, im Palais Bellevue, Schöne Aussicht 2. Zu sehen bis zum 11. Januar.

Von Matthias Lohr

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