Ausbau in historischem Geschäftshaus

Zentraler geht‘s nicht: Am Königsplatz in Kassel entstehen 14 Wohnungen

Bank- und Geschäftshaus am Königsplatz 32 -34 in Kassel, es gehört seit 2010 der Aachener Grundvermögen GmbH.
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Ältester Bau am Königsplatz: Das Haus, in dem sich die Commerzbank und der Drogeriemarkt Müller befinden, wurde um 1911 für den Hessischen Bankverein errichtet.

Im ältesten Gebäude am Kasseler Königsplatz, in dem sich die Commerzbank und der Drogeriemarkt Müller befinden, werden die obersten Etagen zu Wohnungen ausgebaut.

Kassel - Neugierige Innenstadtbummler haben seit einiger Zeit schon den Baukran bemerkt, der vom Skaterplatz an der Unteren Karlsstraße aus das historische Gebäude am Königsplatz mit der Commerzbank-Filiale und dem Drogeriemarkt Müller überspannt. Ansonsten ist von außen nicht zu sehen, dass in den obersten beiden Etagen des Baudenkmals seit dem vergangenen Herbst Entkernungsarbeiten laufen. Mitten im Herzen Kassels sollen dort bis nächstes Jahr 14 Mietwohnungen entstehen.

Bauherrin ist die Aachener Grundvermögen GmbH. Die Fondsgesellschaft hatte den Gebäudekomplex schon 2010 von der Commerzbank erworben, die ihre Geschäftsflächen am Königsplatz seither von den neuen Eigentümern zurückmietet.

Die Ulmer Drogeriemarktkette Müller, seit 2003 im angrenzenden Gebäudeteil ansässig, hat nach Auskunft des bauleitenden Architekten Volker Umlauff (Büro Crep D) keine Verwendung für die rund 1000 Quadratmeter große Gesamtfläche im 3. Ober- und im Mansardengeschoss.

Dort sind inzwischen viele Innenwände verschwunden und Durchbrüche hergestellt als Vorbereitung für den Wohnungs-Ausbau, der nun beginnt. Daher auch der Baukran, wie Umlauff erläutert: „Den Schutt abtransportieren und Baumaterial einbringen können wir in dieser Lage weder über den Königsplatz noch durch die Fußgängerzone.“

Im Lauf des kommenden Jahres sollen laut dem Architekten in dem denkmalgeschützten Bau 14 „erschwingliche Wohnungen im mittleren Preissegment“ fertig werden. Elf davon werden 31 bis 81 Quadratmeter Fläche sowie zwei oder drei Zimmer haben, hinzukommen eine 114-Quadratmeter-Maisonettewohnung über zwei Etagen sowie zwei kleine Ein-Zimmer-Appartements. Die Wohnungen werden teils zur Fußgängerzone und teils zur Dachlandschaft nach hinten ausgerichtet sein, wobei mehrere in dieser Richtung eine stählerne Terrasse auf dem Flachdach bekommen werden. Der Eingang mit Lift wird an der Oberen Königsstraße liegen, grundstückseigene Parkplätze für Mieter sind nicht vorgesehen.

Architekt Umlauff sieht das Wohnbauprojekt als zeitgemäße „Maßnahme im Sinne der Innenstadtentwicklung“, zumal davon auszugehen sei, dass Gebäudeflächen im Zentrum künftig nicht mehr im bisherigen Umfang gewerblich genutzt werden. Davon gehe auch die Stadt Kassel aus, die sich „sehr zugänglich“ bei den Umnutzungsplänen in dem historischen Gebäude zeigen würde.

Schon der Augenschein zeige aufmerksamen Beobachtern, was sich im Innenstadtbild ändere, sagte Umlauff: „Bis zum 2. Stockwerk ist noch alles gut, darüber aber stehen viele Etagen leer.“ Während Büroflächen schwer zu vermieten seien, gebe es für Wohnen im Zentrum Bedarf.

Über welchen Weg die Wohnungen auf dem Markt angeboten werden, stehe noch nicht fest. Klar sei hingegen, dass die Aachener Grundvermögen auch perspektivisch Eigentümerin und Vermieterin bleiben werde. (Axel Schwarz)

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