Anke Poguntke tritt beim Heimwerkerinnen-Wettbewerb am Sonntag in Essen an

Sie hat immer was zu tun

Selbst ist die Frau: Tapezieren ist eine der leichtesten Übungen für Anke Poguntke. Foto: Schachtschneider

Kassel. Geht nicht, gibt’s nicht. Anke Poguntke wagt sich beim Heimwerken auch an große Projekte heran. Jetzt will sie unter Beweis stellen, wie handfest, kreativ und geschickt sie ist: Am kommenden Sonntag tritt sie gegen fünf Mitbewerberinnen bei einem Wettbewerb auf der Verbrauchermesse „Mode, Heim, Handwerk“ in Essen an. Die Kasselerin will Miss Do-it-yourself 2013 werden.

Tapezieren, streichen, Laminat und Fliesen legen sind dabei ihre leichtesten Übungen. In den vorgegebenen drei Stunden sollte sie das locker schaffen, ist sie zuversichtlich.

Die 40-Jährige hat schon ganze Häuser umgebaut. In einem alten Haus in Harleshausen, das schon ihre Eltern und Großeltern bewohnten, hat sie sich eine schicke Wohnung geschaffen. Der perfekt gelegte Laminatboden dürfte auch in Jury-Augen Bestnoten bekommen. Die Wände des Wohnraums hat sie mit einem selbst angerührten Gemisch aus Quarzsand und Farbe mit einer Quaste verputzt, alte Deckenbalken und Mauerteile freigelegt und aufgearbeitet.

Ein Wohnungsrundgang beschert dem interessierten Besucher mehr Anregungen als jede Heimwerkerzeitschrift. „Man kann alles umfunktionieren“, sagt die Mutter eines 16-jährigen Sohnes. So wurde aus einem Stück 100 Jahre alten Dachbalkens eine ungewöhnliche Schlüsselablage für den Flur, ein alter Transportschrank aus einer Druckerei ist nun Aufbewahrungsbox für die Terrasse, und ein schwedisches Selbstbauregal wurde gefliest und zum Waschtischunterschrank umgewidmet. „Ich arbeite so lange daran, bis ich zufrieden bin“, verrät sie ihr Erfolgsgeheimnis. Die Freude am Ergebnis sei besonders groß, weil es eben selbst gemacht ist.

Pflastersteine verlegt

Selbstredend hat die Mediengestalterin, die in einer Kasseler Druckerei arbeitet, viele Wände auch tapeziert. Sie hat Möbel aufgearbeitet, Türen eingebaut und gestrichen sowie im Garten einen Teich angelegt und gepflastert. Gemeinsam mit ihrem Freund, einem gelernten Elektriker, hat sie einen Lichter-Sternenhimmel über der Dusche eingebaut, und zusammen mit ihren Geschwistern das alte Stammhaus der Familie restauriert. Dabei haben die drei in Teamarbeit den gesamten Dachstuhl erneuert.

Im Hand-in-Hand-Arbeiten ist die Familie geübt. Vieles hat auch Anke Poguntke von ihrer Mutter gelernt: „Wir haben viel selbst gemacht.“ Aus der Not wurde eine Tugend, denn Mutter Emmi stand damals mit drei kleinen Kindern allein da, als ihr Mann Werner 1978 gestorben war. Sie führt nicht nur ein eigenes Reisebüro, sondern setzte sich als eine der ersten Frauen in Deutschland auch ans Steuer von Reisebussen.

Auch Tochter Anke schreckt vor Herausforderungen nicht zurück. Das nächste Projekt kommt bestimmt. Nur: „Immer, wenn ich alles schick hatte, bin ich wieder ausgezogen.“ Dieses Mal ist das nicht geplant.

Von Martina Heise-Thonicke

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