Regierungspräsidium kontrolliert den ordnungsgemäßen Verkauf von Feuerwerk

Immer die Böller im Blick

Bunt und ohne Beanstandung: Volker Döhring (rechts) kontrollierte gestern auch den Feuerwerksverkauf in der Galeria Kaufhof. „Tipptopp“ bescheinigte er Abteilungsleiter Oliver Bertling und Verkäuferin Melanie Eichenberg. Fotos: Herzog

Kassel. Freud und Leid liegen für Volker Döhring bei seinem Rundgang in der Kasseler Innenstadt eng beieinander. Gestern startete der Feuerwerksverkauf, und der technische Aufsichtsbeamte vom Regierungspräsidium (RP) Kassel ist wie jedes Jahr zur Stelle, um zu kontrollieren, ob der Handel sich an die Sicherheitsvorschriften hält.

Während es bei den großen Kaufhäusern nichts zu beanstanden gibt, stellt er einem Laden an der Treppenstraße, der erstmals Feuerwerk anbietet, eine Verwarnung aus.

Die Verpackung einiger Artikel ist beschädigt und eine Großpackung „Super-Böller“ ist geöffnet. „Die einzelnen Päckchen dürfen Sie so nicht verkaufen“, erklärt Döhring dem Ladenmitinhaber. Denn jeder Artikel, auf den Kunden direkt zugreifen können, muss den Aufdruck enthalten: „Das Zurschaustellen ist unbedenklich.“

Der Feuerwerks-Experte vom RP lässt seinen Blick durch den Laden schweifen. Neben der üppigen Auslage im Eingangsbereich lagern hinter dem Tresen noch Kartons mit Feuerwerk. „Sie sind scharf an der Grenze“, ermahnt der 48-Jährige den für den Verkauf Verantwortlichen, der namentlich nicht genannt werden will. Mehr als 70 Kilo Explosivstoffmasse dürfen alle präsentierten Artikel zusammengenommen aber nicht haben. Der Rest muss in Lagerräume. Aus dem Keller muss auch erst der Feuerlöscher geholt werden, den Volker Döhring einfordert. Der Ladenchef gelobt Besserung: „Das ist schon korrekt, dass Sie mich aufklären.“ Er bekommt jetzt mit der Post eine schriftliche Verwarnung. Döhring will heute oder morgen noch mal nach dem Rechten sehen - und falls sich nichts getan hat ein Bußgeld verhängen.

Etwa ein Viertel der 1000 Verkaufsstellen im Aufsichtsbereich des Dezernats Kassel, das bis nach Waldeck-Frankenberg, in die Region Schwalm-Eder und den Werra-Meißner-Kreis reicht, nehmen die sieben Kontrolleure des RP in diesen Tagen unter die Lupe.

„Tipptopp“ lautet Döhrings Urteil über den Feuerwerksverkauf in der Galeria Kaufhof. Einwandfreie Artikel, extra geschultes Personal für Lager und Kasse. Feuerlöscher in greifbarer Nähe. Zwar sieht das Angebot üppig aus, doch Abteilungsleiter Oliver Bertling versichert: Das sind weniger als 70 Kilo Explosivmasse insgesamt. „Wir haben alles nachgerechnet und gehen nicht über 60 bis 65 Kilo. Wir sind lieber übervorsichtig, als eine Situation zu schaffen, die wir nicht verantworten können.“

Auch bei der Drogerie Müller hat Döhring nichts zu mäkeln. Trotz eines überschaubaren Böller-Sortiments ist an alles gedacht, auch Rauchverbots-Schilder sind extra aufgehängt. Alle Waren sind in Ordnung. Bei einem Hersteller will der RP-Beamte aber noch mal nachhaken. Dass das vorgeschriebene CE-Zeichen nicht auf der Umverpackung, sondern nur innen auf den einzelnen Knallern aufgebracht ist, ist zwar nicht verboten, sagt Döhring. „Aber sowohl für den Verbraucher als auch uns Kontrolleure ungünstig.“

Von Katja Rudolph

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