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Sven Schoellers Wahlkampfauftakt: Immer im Dreiklang

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Von: Florian Hagemann

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Wahlkampfauftakt in der Caricatura-Bar: Sven Schoeller geht für die Grünen ins Rennen. Neben ihm Selina Holtermann, die zu Beginn die Rede Sven Schoellers anmoderierte und einleitende Worte sprach.
Wahlkampfauftakt in der Caricatura-Bar: Sven Schoeller geht für die Grünen ins Rennen. Neben ihm Selina Holtermann, die zu Beginn die Rede Sven Schoellers anmoderierte und einleitende Worte sprach. © Andreas Fischer

Mit zehn Slogans will Grünen-Kandidat Sven Schoeller im Oberbürgermeisterwahlkampf bestehen. Bei der Auftaktveranstaltung gab es auch eine Botschaft des Bundes-Chefs der Partei.

Der Mann, der an diesem Abend im Mittelpunkt stehen soll, ist noch gar nicht da – und doch omnipräsent in der Caricatura-Bar. Überall hängen Plakate mit seinem Namen, oder es liegen Flyer aus, auf denen der Slogan steht, mit dem Sven Schoeller in den Oberbürgermeister-Wahlkampf zieht.

Wobei: Eigentlich sind es zehn Slogans, und jeder Slogan ist ein Dreiklang. Wort zwei ist dabei immer „Schoeller“, Wort drei immer „Weiter“. Wort eins variiert. Mal ist es „Mobiler“, mal ist es „Sicher“. mal ist es „Fullewasser“, weswegen der Slogan in dem Fall dann „Fullewasser. Schoeller. Weiter“ heißt. Hinter jedem Slogan verbirgt sich dann ein Thema. Manche finden das gelungen, manche zu kompliziert, manche auch beides.

Irgendwann steht der zweite Teil des Slogans dann tatsächlich in der Bar. Sven Schoeller ist mit seinen fast zwei Metern schnell auszumachen, auch wenn er nicht zu denen gehört, die einen Raum mit Wums betreten. Er plaudert mal hier, mal dort. Der Raum ist so gut gefüllt, dass einer sagt, man hätte ruhig einen größeren mieten sollen. Am Ende sind vielleicht um die 100 Menschen zum Wahlkampfauftakt des Grünen-Kandidaten gekommen.

Es beginnt der kleine offizielle Teil. Es wird eine Videobotschaft von Omid Nouripour auf Leinwand gezeigt. Der Bundesvorsitzende der Grünen kritisiert Kassels aktuellen Oberbürgermeister, ohne dessen Namen zu nennen, und meint, der könne keine Krisen managen. Dabei nimmt er Bezug auf die documenta. Gleich zweimal betont Nouripour: „Kassel kann mehr.“ „Das ist gut“, sagt einer aus dem Publikum.

Dann redet Schoeller. Der 49-Jährige steht nun auf der Bühne, die er bei seiner Größe gar nicht bräuchte. So ist er fast ein bisschen zu groß. Er startet mit einem Versprechen. Mit ihm als Oberbürgermeister werde ein anderer Stil im Rathaus einziehen, ein kollegialer. Der Name Christian Geselle fällt während seiner Rede nicht einmal, und doch bezieht sich Schoeller immer wieder auf den – wie er Geselle nennt – „bisherigen Amtsinhaber“.

Auch bei den Themen spielt Schoeller auf Geselle an. Er sagt: „Ich kann mir im Jahr 2023 nicht vorstellen, dass ein Oberbürgermeister an die Spitze der Verwaltung einer Großstadt gewählt wird, bei dem Klimaschutz nicht ganz oben auf der Agenda steht.“ Schoeller gibt zugleich zu verstehen, was bei ihm ganz oben auf der Agenda steht: der Klimaschutz.

Schoeller spricht nicht laut, er geht auch nicht aus dem Sattel, wenn er andere kritisiert, er bleibt fast immer ruhig im Ton, verzichtet auf große Gesten. Manchmal sorgt er bei all den Themen – gewollt oder ungewollt – für Unterhaltung. Einmal schaut er auf Notizen auf seiner Hand, die ihm als Spicker dient. Er kommt dann noch auf die Notwendigkeit einer Verkehrswende zu sprechen und auf das Ziel, Kassel zur Radverkehrsstadt zu machen. Er bezeichnet die sechsspurige Straße bei der Brüderkirche als Autobahn, das bringt ihn fast so etwas wie in Rage.

Später, als der Applaus für ihn abgeklungen ist, kommt er noch einmal kurz auf seinen Slogan zu sprechen und auf das mögliche Motto des Abends. Es könnte so lauten: Feier. Schoeller. Weiter. (Florian Hagemann)

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