Obstbaumschnitt beginnt

Immer mehr Ärger mit den Mäusen: Ratschläge zum Start der Saison

Eine Rötelmaus balanciert über eine Pfütze: Mäuse haben sich auch in den Gärten stark vermehrt. Archivfoto: nh

Kassel. Der Rasen wächst, Frühlingsblüher sprießen und Knospen schwellen deutlich an. Der bislang milde Winter scheint ebenso auszuklingen und beschert Gartenbesitzern einen Frühstart in die Saison.

Die Ärmel hochkrempeln sollte man beispielsweise, wenn die Hecke noch vor der Vogelbrutzeit gestutzt werden soll. Dafür ist jetzt die beste Zeit.

Während in den vergangenen Jahren der Rasen das größte Sorgenkind war, sind viele Hobbygärtner derzeit von Mäusen geplagt. Wühlmäuse hinterlassen nicht nur unschöne Spuren im Garten, sie knabbern auch am Gemüse und bevorzugt an Obstbaumwurzeln. Die Gartenexperten Eberhard Walter und Dr. Theodor Echim vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen wussten in solchen und vielen anderen Fragen Rat. Hier einige Beispiele:

Kann man Obstbäume jetzt schon schneiden? 

Ja, jetzt ist die richtige Zeit dafür. Allerdings sollte nicht während des Frosts oder vor drohenden Frostnächten geschnitten werden. Denn die gefrorenen Zweige könnten leichter brechen. Größere Schnittwunden sollten mit einem Wundschutzmittel versorgt werden.

In meinen Beeten wächst viel Moos mit kleinen Blättchen und flachen Wurzeln, was kann ich dagegen tun? 

Zunächst einmal sollten Sie mit der Harke so viel wie möglich von dem Moos abkratzen und entsorgen. Danach können Sie einen Moosvernichter (z.B. Weedex) drauf geben. Wenn das Moos in der Folge schwarz geworden ist, sollte man dieses wegharken.

In diesem Jahr möchte ich möglichst früh Erdbeeren ernten. Wie kann ich das erreichen? 

Entfernen Sie trockenes, loses Laub und geben Sie zehn Gramm Kalkstickstoff pro Quadratmeter zwischen die Reihen (Vorsicht: nicht auf die Pflanzenblätter). So verbessern Sie die Fruchtqualität, weil die Erdbeeren dann mehr Kalzium enthalten, Schneckeneier werden vernichtet und Unkraut zurückgedrängt. Einen bis zu zwei Wochen früheren Erntebeginn erreichen Sie, wenn Sie die Erdbeerreihen mit einem Gärtnervlies oder Lochfolie abdecken.

Unsere Rosen treiben bereits. Kann ich sie schon abdecken, abhäufeln und zurückschneiden? 

Damit sollten Sie noch warten, bis keine stärkeren Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Eine Düngung vertragen die Rosen aber schon ab Mitte März. Etwa um die Zeit, wenn die Forsythien verblüht sind, kann der Rückschnitt beginnen. Edelrosen schneidet man auf drei bis sechs Augen zurück. Dabei sollte das oberste Auge nach außen zeigen. Beetrosen kürzt man auf fünf bis acht Augen. Trockene Triebe, dünne Seitentriebe sowie Wurzeltriebe werden entfernt. Der Schnitt sollte schräg und etwa einen Zentimeter über dem Auge erfolgen.

Mein Oleander hat seit Herbst braune Sprenkel und teilweise braune Blätter. 

!Dabei könnte es sich um Schildläuse handeln. Das sollten Sie eventuell von einem Fachmann untersuchen lassen. Stellen Sie die Pflanze raus, wenn es wärmer geworden und kein Frost mehr zu erwarten ist. Behandeln Sie den Oleander mit einem biologischen ölhaltigen Mittel, zum Beispiel auf Rapsölbasis.

Können wir jetzt schon die Ziergräser im Garten zurückschneiden? 

Damit sollte man noch warten. Wenn Sie den Neuaustrieb (etwa ab Mitte März) beobachten, vertragen die Pflanzen den Rückschnitt besser.

Ein Rosenstämmchen war im vergangenen Jahr stark mit Rosenrost befallen. Was kann ich in diesem Jahr vorbeugend tun? 

Es könnte sein, dass der Standort der Pflanze nicht ideal ist. Es gibt aber auch anfällige Sorten. Beginnen Sie bald damit, die Rose mit einem Pilzmittel zu spritzen, und wiederholen Sie dies bis in den August hinein regelmäßig alle zwei Wochen.

Die Ärmel hochkrempeln sollte man beispielsweise, wenn die Hecke noch vor der Vogelbrutzeit gestutzt werden soll. Dafür ist jetzt die beste Zeit.

!Bei den grünlichen Belägen handelt es sich um Moose und Flechten. In der Regel reicht es meistens aus, Kalkstickstoff auszubringen, und Sie müssen nicht noch einmal düngen. Graben Sie die Beete später um. Sie werden im Laufe des Jahres sehen, ob sich der Boden nachhaltig verbessert. Sonst sollten Sie den Boden untersuchen lassen (siehe Hintergrund).

Meine überwinterten Pflanzkartoffeln zeigen schwarze Stellen. Kann ich diese noch verwenden? 

Sie sollten besser frische Kartoffeln anpflanzen. Die schwarzen Stellen sind vermutlich die Folge eines Befalls von Drahtwürmern, die häufig auftreten, wenn auf den Kartoffelflächen frisch Kompost oder Mist aufgebracht wurde – hier sollte man bis zur Pflanzung einen Abstand von etwa einem Jahr wahren. Auf Kompost oder Mist sollten Sie deshalb in diesem Jahr verzichten.

Meine Kamelien stehen derzeit noch in der Garage und haben bereits viele Knospen. Dürfen sie schon raus? 

Bis es deutlich wärmer ist, sollten die frostempfindlichen Pflanzen noch kühl, hell und geschützt stehen. Vergessen Sie das regelmäßige Gießen nicht.

Muss ich Bauernhortensien zurückschneiden? 

Hortensien werden nicht zurückgeschnitten. Wenn die Pflanzen von unten grün werden, entfernen Sie lediglich die alten Blütenköpfe sowie trockene Triebe.

Mäuse plagen Hobbygärtner

Viele Gartenbesitzer klagen seit einiger Zeit über Mäuseplagen. „Der Rasen sieht aus wie eine Kraterlandschaft“, sagte eine Leserin aus dem Landkreis Kassel über Wühlmäuse. „So schlimm war es noch nie“, schildert eine Gartenbesitzerin den Mäusebefall unter Holzstapeln und im Kompost. Sie äußert zudem Angst, dass die Mäuse Krankheitserreger wie Hantaviren übertragen könnten.

In den vergangenen drei Jahren seien in Stadt und Landkreis Kassel keine Erkrankungsfälle durch Hantaviren aufgetreten, sagt die Leiterin des Gesundheitsamtes, Dr. Karin Müller. Zur Vorsicht rät sie, tote Mäuse nicht anzufassen und darauf zu achten, beim Beseitigen von Kot und Urin von Ratten und Mäusen keinen Staub aufzuwirbeln. Deshalb sollte man diese Hinterlassenschaften vorher möglichst mit einem Desinfektionsmittel besprühen oder anfeuchten und bei der Reinigungsarbeit Mundschutz und Handschuhe tragen.

Um Plagegeister nicht anzulocken, sollten keine Essensabfälle im Kompost oder in der Toilette landen und gelbe Säcke nicht draußen aufbewahrt werden.

Mäusen und Wühlmäusen kann man mit Fallen zu Leibe rücken, zur Not auch mit Giftködern aus dem Fachhandel. Da Wühlmäuse demnächst Nachwuchs bekommen, reagierten sie gerade jetzt empfindlich auf Störungen, so die Gartenexperten. So könne man die Tiere vertreiben, indem man die Bodengänge etwas aufgrabe.

Auch die eigentlich nützlichen und geschützten Maulwürfe mögen Störungen vor allem durch Geräusche nicht. Im Fachhandel gebe es zudem zugelassene Vertreibungsmittel.

Wie Sie effektiv Moos bekämpfen und warum der Boden alle drei Jahre untersucht werden sollte, lesen Sie in der gedruckten Donnerstagsausgabe der Kasseler HNA oder im ePaper.

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