Forstämter und Händler verzeichnen steigende Nachfrage - Engpässe bei Nachschub sind möglich

Immer mehr heizen mit Holz

Hochsaison im Wald: Förster Dieter König von der Revierförsterei Kirchditmold misst die Stärke der Baumstämme, die Tommy Schwarzer vom Forstbetrieb Silviu Lupu (Witzenhausen) nahe der Prinzenquelle geschnitten und abgeladen hat. Foto: Schoelzchen

kassel. Holz wird als Brennstoff immer beliebter. „Die Nachfrage steigt eindeutig“, sagt Theo Arendt vom Forstamt Wolfhagen. „Wir können sie nicht immer voll befriedigen.“ Das Forstamt zählt inzwischen über 1000 Kunden, die sich regelmäßig mit Holz aus dem Wald versorgen.

„Viele arbeiten im Team“, sagt Arendt. „Nachbarn machen gemeinsam Holz.“ Die Arbeit im Wald sei für Menschen mit einem Schreibtischjob auch ein willkommener Anlass, sich zu bewegen. Wirtschaftliche Gründe spielten ebenfalls eine Rolle. Holz sei eine Alternative zu teurem Heizöl, verbrenne CO2-neutral und liefere somit einen Beitrag zum Umweltschutz. Zudem seien die Öfen heute wesentlich besser und die Auflagen strenger.

Buche sehr gefragt

Gefragt sind vor allem Buche, aber auch Eiche und Esche. „Es gibt auch Kunden, die Nadelholz abnehmen.“ Sie können das Holz im Wald aus den Kronen gefällter Bäume sägen oder bereits an den Wegesrand gerücktes Holz wählen, das noch klein geschnitten werden muss.

12 000 Festmeter (Kubikmeter) Holz gibt das Forstamt Wolfhagen pro Jahr als Brennholz ab. Ein Festmeter Laubholz kostet bei Hessen-Forst mit Mehrwertsteuer 55 Euro. Dieser Preis gilt für gerücktes Holz. Selbst aus den Kronen geschnittenes Holz ist günstiger, die Preise schwanken je nach Erreichbarkeit. Wer selbst sägen will, muss einen Motorsägenlehrgang absolviert haben und Schutzkleidung tragen. Das Forstamt Wolfhagen bietet entsprechende Kurse an. Die Kosten liegen laut Arendt bei 120 Euro. Die Bäume werden im Winter gefällt. Wer noch Bedarf an Nachschub hat, sollte sich im Februar/März beim Forstamt melden.

Sofort verbrennen kann man das Holz aber nicht. Es muss mindestens anderthalb bis zwei Jahre trocknen und sollte unter 20 Prozent Feuchtigkeit aufweisen, bevor es in den Ofen kommt. Arendt rät, dies mit einem Feuchte-Messer zu kontrollieren.

„Die Nachfrage ist seit vielen Jahren gut“, berichtet auch der Leiter des Forstamts Reinhardshagen, Dr. Norbert Teuwsen. Auf dem Land habe Holz als Brennstoff Tradition. Dort gebe es genügend Platz zum Lagern. Für Stadtbewohner seien Händler meist interessanter, die getrocknetes, ofenfertiges Holz lieferten. Das Forstamt verkauft nach seinen Angaben im Jahr 5300 Festmeter an 500 Kunden.

Eine große Nachfrage verzeichnen auch die Holzhändler. „Ich komme gar nicht hinterher“, sagt Dieter Weise von Brennholz & Baumpflege Weise in Kassel. „Jetzt wollen alle trockenes Holz haben.“

„Immer mehr Leute schaffen sich einen Kaminofen an“, sagt Julia Kasimirs von der Kasseler Holzhandlung Grabolle & Noll.

Die Preise für getrocknetes, ofenfertiges Holz liegen im Kasseler Handel bei 60 bis gut 70 Euro pro Kubikmeter.

Von Ellen Schwaab

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