Mehr Flüchtlinge ohne Papiere

Viele illegale Einwanderer werden am Bahnhof Wilhelmshöhe aufgegriffen

Kassel. Die Bundespolizei greift in der Region immer mehr Flüchtlinge ohne Papiere auf. Viele davon werden von Schleusern nach Deutschland gebracht. Seit Jahresbeginn sind im Bahnhof Wilhelmshöhe 220 unerlaubt Eingereiste von der Polizei geristriert worden - also im Schnitt täglich eine Person.

Wer kein Visum hat, gilt als illegal Einreisender. Im gesamten Bereich der Bundespolizeiinspektion Kassel, der sich bis nach Gießen und Fulda erstreckt, sind dieses Jahr bereits über 740 unerlaubt eingereiste Flüchtlinge registriert worden.

Das sind bereits deutlich mehr als im gesamten vergangenen Jahr (602). Noch vor fünf Jahren bewegten sich die Zahlen auf wesentlich niedrigerem Niveau: 2009 zählte die Kasseler Bundespolizei 150 Fälle von illegaler Migration. Die Entwicklung ist Spiegel der insgesamt steigenden Zahl von Flüchtlingen aus den Krisenregionen der Welt.

Allein am vergangenen Wochenende sind 68 Menschen aus Eritrea, Syrien und Äthiopien, die keine Papiere vorweisen konnten, in Zügen nach Norden festgestellt worden - 30 davon bei Kontrollen im Bahnhof Wilhelmshöhe.

Rein formell begehen die Betroffenen, die ohne Visum und ohne Papiere einreisen, eine Straftat. Wenn die Flüchtlinge in ein Asylverfahren kommen, wird aber in der Regel von einer Strafverfolgung abgesehen. Die Ermittlungen konzentrierten sich stattdessen auf die Schleuser, „die aus der Notlage von Menschen Profit schlagen“, sagt Sonja Koch-Schulte, Leiterin der Bundespolizeiinspektion Kassel. Es gelinge jedoch nur selten, die Täter zu fassen. Die eingeschleusten Flüchtlinge schwiegen meist zu den Hintegründen.

Durch die stark gestiegenen Zahlen illegaler Migranten geraten die Bundespolizisten an die Grenze der Belastbarkeit. „Wir können es noch bewältigen, aber mit enormer Anstrengung“, sagt Sprecher Klaus Arend. Entspannung ist nicht in Sicht: Die Bundespolizei rechnet mit weiter steigenen Zahlen.

Von Katja Rudolph

Rubriklistenbild: © dpa

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