Corona hat Situation verschärft

Immer mehr Menschen leben in Armut - Aktion Advent hilft

Lebensmittel, vor allem Obst und Gemüse, liegen in einer Auslage der Tafel, im Hintergrund stehen Menschen.
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Wenn das Geld nicht zum Leben reicht, sind Familien mit Kindern oder alte Menschen auch auf die Lebensmittelausgabe der Tafeln angewiesen.

Die Armutsquote in Deutschland hat mit 16,1 Prozent (13,4 Millionen Menschen) im Pandemie-Jahr 2020 einen neuen Höchststand erreicht.

Das geht aus dem Paritätischen Armutsbericht 2021 hervor. Ein Jahr zuvor bezifferte der Paritätische Gesamtverband die Armutsquote auf 15,9 Prozent.

Auch wenn das Ausmaß der Armut nicht proportional zum Wirtschaftseinbruch und dem damit verbundenen Beschäftigungsabbau zugenommen habe, so gebe es doch eindeutige Corona-Verlierer, urteilt der Verband: Laut Studie sind es vor allem die Selbstständigen, unter denen die Einkommensarmut zugenommen hat.

Auch in Hessen gelten immer mehr Menschen als arm. Hier hat sich die Armutsquote binnen eines Jahres um 1,3 Punkte auf 17,4 Prozent (1,1 Millionen Menschen) erhöht. Schon 2019 lag die Armutsquote mit 16,1 Prozent in Hessen über dem Bundesdurchschnitt und erreicht einen neuen Höchststand.

Grund kann nach Verbandsangaben sein, dass der Niedriglohnsektor, Teilzeitbeschäftigung, prekäre Beschäftigung und Altersarmut zunehmen. Ein weiterer Faktor seien Einkommenseinbußen durch Kurzarbeit im Jahr 2020. Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, resümiert: „Die allgemeinen Folgen der Pandemie trafen Arme ungleich härter.“

Die Zahlen waren nach Angaben des Paritätischen Landesverbands Hessen jedoch schon vor Corona alarmierend. Mit der Pandemie habe sich die Entwicklung dramatisch verschärft: Im Oktober 2020 lag die Arbeitslosenquote bei 5,3 Prozent und damit um 1,3 Prozentpunkte höher als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit ist zwischen Februar und Juli 2020 deutlich von 9700 auf fast 328.000 gestiegen.

Welche Faktoren eine Rolle für Armut spielen, zeigen auch die Fälle der Aktion Advent: Betroffen sind Arbeitslose, Alleinerziehende, kinderreiche Familien oder Menschen mit niedriger Qualifikation. Ihnen hilft die Aktion Advent in besonderen Notlagen. Eine Beihilfe erhält etwa Martina N., die alleinerziehende Mutter von zwei Kindern ist. Nach einem Überspannungsschaden in ihrem Wohnhaus sind alle Elektrogeräte defekt.

Von dem auf rund 1000 Euro geschätzten Schaden wurden Martina N. von der Versicherung nur 280 Euro ausgezahlt. Diese Summe reicht nicht, um die Geräte zu ersetzen. Vor allem wünscht sie sich einen Backofen, der für sie ohne die Zuwendung der Aktion Advent nicht finanzierbar ist.

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