Zahl der Gründungsberatungen in der Region stieg um 20 Prozent

Immer mehr wollen eigene Chefs werden

Kassel. Selbstständigkeit hat Konjunktur: Die Industrie- und Handelskammer (IHK) und die Arbeitsagentur beobachten ein stark gestiegenes Interesse an Existenzgründungen. Im Gesamtbezirk der IHK Kassel stieg die Anzahl der Gründungsberatungen im vergangenen Jahr um mehr als 20 Prozent an. 2009 hatten sich 1057 Menschen beraten lassen, im vergangenen Jahr waren es 1280. Etwa jeder Zweite, der sich beraten lasse, melde anschließend auch ein Gewerbe an.

In der Stadt Kassel lag der Anstieg auf 332 Beratungen bei elf Prozent. Noch deutlicher ist der Vergleich zum Jahr 2008, als 184 Menschen in der Stadt die IHK-Beratung aufsuchten. Das sei eine Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise, sagt Carsten Heustock, stellvertretender Bereichsleiter für Unternehmensförderung. Bezirksweit hätten sich die Gründungen aus Arbeitslosigkeit vervierfacht. Wenn sich auf dem Arbeitsmarkt keine Chance biete, steige der Antrieb, sich selbstständig zu machen.

Üblicherweise ließen die Gründungen nach, sobald wieder sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet würden, sagt Silke Sennhenn von der Agentur für Arbeit Kassel. Die Anfragen seien jedoch auch seit dem Aufschwung im vergangenen Jahr ungebrochen hoch. Das bestätigt Carsten Heustock von der IHK. Im ersten Quartal dieses Jahres gab es mit 142 Beratungen zur Existenzgründung erneut einen Anstieg um 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. „Wir sind positiv überrascht, dass das Thema Gründung weiter boomt.“ Wenn die Selbstständigenquote steige, bringe das Dynamik in die Region.

Im vorigen Jahr erhielten nach Angaben der Arbeitsagentur in Stadt und Kreis Kassel 600 Menschen, die sich selbstständig machten, den Gründungszuschuss (ehemalige Arbeitslose). 125 bekamen Einstiegsgeld (ehemalige Hartz-IV-Empfänger). Sechs Monate nach Ende der Förderung seien im Schnitt gut 85 Prozent noch am Arbeitsmarkt erfolgreich. ZWEITE SEITE

Von Katja Rudolph

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