15 größere Vorhaben sind derzeit in Arbeit

Immobilienprojekte in Kassel: Hier überall werden Wohnungen gebaut

+
Vor Abschluss: Auf dem Areal des ehemaligen Burgfeld-Krankenhauses entstehen Eigentumswohnungen.

In Kassel sind 15 größere Wohnungsbauprojekte in Planung oder bereits im Bau. Insgesamt sollen durch diese gut 3200 neue Miet- und Eigentumswohnungen entstehen. Wir stellen die Projekte vor.

Die Stadt Kassel muss dringend für Wohnraum sorgen. Diesen versucht sie vor allem innerhalb der bestehenden Bebauung zu schaffen und nicht auf der grünen Wiese. So spricht Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) häufig von der „Nachverdichtung“ und „Innenentwicklung“.

Neben vielen einzelnen Neubauten, die in Baulücken entstehen, sowie Aufstockungen, gibt es aktuell auch 15 Großprojekte, die von der Stadt planerisch begleitet werden.

Burgfeldareal

Auf dem Grundstück des ehemaligen Burgfeld-Krankenhauses an der Wigandstraße in Bad Wilhelmshöhe baut der Braunschweiger Investor Kanada Bau fünf Mehrfamilienhäuser. Zudem wird eine historische Krankenhausvilla saniert. Insgesamt entstehen 35 Eigentumswohnungen. Etliche sind bereits fertiggestellt und bezogen. Kanada Bau investiert nach eigenen Angaben eine niedrige zweistellige Millionensumme.

Zum Feldlager

Die Erschließung des Neubaugebietes in Harleshausen läuft. In Ein- und Mehrfamilienhäusern sollen insgesamt 180 Wohnungen entstehen. Der Verkauf der Grundstücke läuft bereits. Bei den Mehrfamilienhäusern will die Stadt Projekte mit interessanten Konzepten bevorzugen.

Süsterfeld/ Helleböhn

Im GWH Wohnpark Helleböhn entstehen derzeit 96 Sozialwohnungen. Die Anbauten im Bereich Heinrich-Schütz-Allee und Leuschnerstraße sind jüngst fertiggestellt und bezogen worden. Aktuell laufen noch Arbeiten an vier Neubauten an der Eugen-Richter-Straße, die im Oktober beziehungsweise im Dezember bezogen werden.

Die Wohnungsbaugesellschaft GWH investiert inklusive Fördermitteln 13,7 Mio. Euro. Eine weitere Verdichtung des Quartiers ist aktuell nicht vorgesehen, sagt der GWH-Geschäftsstellenleiter Christian Wedler.

Bauprojekte in Kassel: Zum Vergrößern der Grafik bitte oben rechts auf Medienzoom klicken.

Nordshausen

Am nördlichen Ortsrand von Nordshausen, am Rande der Dönche, ist ein Neubaugebiet mit ungefähr 100 Wohnungen geplant. Nach Auskunft von Stadtbaurat Christof Nolda sollen die Erschließungsarbeiten im Jahr 2020/21 beginnen. Die Planungen laufen bereits seit 2011. Ursprünglich war mal von 180 Neubauwohnungen die Rede.

Jordan-Areal

Der Holz- und Bodenbelag-Großhändler Jordan baut derzeit auf dem Langen Feld seinen neuen Produktions- und Lagerstandort. Wenn der Neubau Anfang 2020 bezogen wurde, sollen die Hallenflächen am Glockenbruchweg und der Eugen-Richter-Straße in Niederzwehren geräumt werden. Auf dem Areal plant die Wohnungsbaugesellschaft GWH ein Wohnquartier mit bis zu 300 Wohnungen in Reihen- und Mehrfamilienhäusern.

Magazinhof

Das ehemalige Wehrmachts-Getreidelager an der Leuschnerstraße soll zu einem gemischten Quartier aus Wohnen, Arbeiten und Erholen umgewidmet werden. Ein Bebauungsplan liegt im Entwurf vor. Bis zu 100 Wohnungen sollen in Neubauten auf dem Areal entstehen.

Gerüst steht: Zunächst soll in die ehemaligen Wehrmachtsspeicher des Magazinhofs Gewerbe einziehen.

Allerdings will der Investor, die Beethovengruppe aus Würzburg, zunächst mit den gewerblichen Objekten beginnen. Dazu soll der erste Getreidespeicher bis Ende 2020 zu Büroflächen umgebaut werden. „Für die beiden weiteren Speicher und das Parkhaus wird gerade der Bauantrag vorbereitet. Bezüglich der Wohnbebauung auf dem Südteil gibt es bisher keine Zeitplanung“, sagt Niko Rotschedl, Geschäftsführer der Beethovengruppe.

Die denkmalgeschützten Gebäude, der geplante Büroneubau an der Leuschnerstraße und das Parkhaus sollen bis Ende 2021/Anfang 2022 fertiggestellt sein. Allein für den gewerblichen Teil investiert die Beethovengruppe 50 Millionen Euro.

Jägerkaserne II

Auf dem ehemaligen RKH-Gelände plant die Immovation AG aus Kassel 450 Wohnungen. Allerdings hat sich das Bauvorhaben erheblich verzögert. Eigentlich sollten die Bagger schon 2018 rollen. Einen Baustart kann der Investor nicht nennen.

Jägerkaserne I

Der Bereich Jägerkaserne I, der unmittelbar an die Aue-stadionkreuzung grenzt, ist noch im Eigentum des Bundes. Der Bund steht aber in Verkaufsverhandlungen mit der Stadt. Die Stadt will das Areal selbst entwickeln. Platz für 120 Wohnungen soll entstehen. Bis die Erschließung beginnen kann, werde es aber mindestens noch drei Jahre dauern, sagt Stadtbaurat Nolda.

Noch Zukunftsmusik: Auf dem Gelände der Jägerkaserne sind zwei Wohnbauprojekte in Planung. Den unteren Teil (Foto) will die Stadt selbst entwickeln.

Blüthlinde

Das Gebiet Blüthlinde in Rothenditmold zwischen den Bahngleisen (Drei Brücken), der Wolfhager Straße und der Maybachstraße soll bebaut werden. Wo sich einst Kleingärten befanden, sollen Mehrfamilienhäuser und Gewerbeeinheiten entstehen. „Es gibt mehrere Interessenten, aber noch keinen Investor“, sagt Stadtbaurat Nolda. Es ist Platz für 150 Wohnungen.

Martini-Quartier

Auf dem Gelände der ehemaligen Martini-Brauerei entstehen derzeit neun Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 240 Wohnungen. Sechs Gebäude sind bereits im Bau. Der Rest starte im Frühjahr 2020, so Architekt und Projektentwickler Matthias Foitzik. Die ersten Häuser, die von verschiedenen Baugruppen, Baugemeinschaften und Baugenossenschaften realisiert werden, sollen Ende 2020 bezogen werden. Bis Ende 2022 soll das gesamte Quartier fertig sein. Insgesamt werden nach Angaben von Foitzik 70 Millionen Euro investiert.

Geht schnell voran: Auf dem ehemaligen Gelände der Martini-Brauerei an der Kölnischen Straße entstehen bis 2022 neun Mehrfamilienhäuser mit 240 Wohnungen.

Versorgungsamt

Auf dem Grundstück des ehemaligen Versorgungsamtes an der Frankfurter Straße plant die Nassauische Heimstätte/Wohnstadt für 106 Millionen Euro Wohnungsneubauten mit insgesamt 335 Mietwohnungen. Dafür soll nicht nur das alte Verwaltungshochhaus abgerissen werden, sondern auch drei Wohnhäuser im rückwärtigen Bereich des Grundstücks an der Rembrandtstraße.

Die 70 Bewohner sind darüber entsetzt. Stadtbaurat Nolda sagte gegenüber der HNA, der Investor müsse für die Mieter zunächst andere Wohnungen bereitstellen. Ansonsten könne er nur das Areal des Versorgungsamtes bebauen. „Das Mietrecht hat da Priorität, und das ist auch richtig so“, sagt Nolda.

Salzmann-Fabrik

Investor Dennis Rossing aus Bad Hersfeld will sein Industriedenkmal in Sandershausen seit Jahren entwickeln. Aktuell plant er, 500 Wohnungen, ein Parkhaus und ein Hotel zu bauen. Der Bebauungsplan ist fertig. Im Herbst 2019 soll Baustart sein. 80 Millionen Euro sollen in das Projekt fließen. Rossing und Nolda zeigen sich optimistisch, dass die Planungen diesmal Realität werden.

Am Felsenkeller

Die Erschließung des Wohngebietes „Am Felsenkeller“ im Stadtteil Fasanenhof ist abgeschlossen. Dort baut unter anderem die Nassauische Heimstätte/Wohnstadt für 19 Mio. Euro vier Häuser mit 77 Mietwohnungen. 2021 sollen die Mieter einziehen. 

Insgesamt entstehen auf dem Areal sechs Mehrfamilienhäuser mit 110 Wohnungen.

Campus Wolfsanger

Das Bauprojekt auf dem Grundstück der ehemaligen Sportanlage wird schon seit Jahren geplant. Nach Protesten aus der Nachbarschaft und dem Ortsbeirat musste es abgespeckt werden. Insgesamt sind 95 Wohnungen in Reihen- und zweigeschossigen Häusern geplant. Im ersten Bauabschnitt, der ein Viertel des Areals umfasst, sollen drei Gebäude mit 28 Wohnungen und eine Tiefgarage errichtet werden, teilt das Planungsbüro BAS aus Kassel mit. Der Baubeginn sei noch nicht absehbar. Der Bauantrag sei in Bearbeitung bei der Stadt.

Lossegrund

Auf dem Grundstück der ehemaligen Eichendorffschule in Bettenhausen will die städtische Wohnungsbaugesellschaft GWG 127 Mietwohnungen und 45 Eigenheime errichten. Die Eigenheime sollen verkauft werden. Die Wohnungen werden vermietet.

33 Millionen Euro sollen investiert werden. Im Herbst soll aber zunächst die alte Schule abgerissen werden. Mit den Erschließungsarbeiten kann aber frühestens 2021 begonnen werden, so Stadtbaurat Nolda.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.