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Impfausweisfälscher im Visier der Kasseler Polizei

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Von: Florian Hagemann, Ulrike Pflüger-Scherb

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Ein Apotheker stellt am Computer einen digitalen Impfnachweis aus.
Gefälschte Impfausweise beschäftigen immer häufiger auch die Polizei in Kassel. © Sven Hoppe/dpa

Gefälschte Impfausweise beschäftigen immer häufiger auch die Polizei in Kassel. Um die Fälscher zu überführen, wurde Mitte Dezember bei der Kasseler Kripo die Arbeitsgruppe (AG) Booster eingerichtet.

Kassel - Aktuell bearbeiten dort vier Beamte ausschließlich Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit gefälschten Immunisierungsnachweisen, teilt Polizeisprecher Matthias Mänz mit. Dabei gehe es um gefälschte Impfausweise, Impfzertifikate, Genesenennachweise und Testnachweise. Die Anzahl der Ermittler könne je nach Arbeitsaufkommen auch erhöht werden.

Dass die Arbeit Früchte trägt, zeigt ein Fall aus der vergangenen Woche, der nun bekannt wurde. Die Ermittler der AG Booster haben da einem mutmaßlichen Impfpassfälscher aus dem Schwalm-Eder-Kreis das Handwerk gelegt. Der 45-jährige Tatverdächtige steht nach Angaben der Kasseler Polizei und Staatsanwaltschaft in Verdacht, unter einer falschen Identität gefälschte Impfausweise mit Nachweis über vollständige Corona-Schutzimpfungen gegen Geld an andere Personen im gesamten Bundesgebiet gesendet zu haben.

Nachdem eine unzustellbare und verdächtige Postsendung mit gefälschten Impfausweisen Anfang Januar die Kasseler Kripo auf den Plan rief, hätten umfangreiche Ermittlungen und operative Maßnahmen die Kriminalbeamten schließlich bis zu deren Absender im Schwalm-Eder-Kreis geführt.

Dass gefälschte Impfausweise derzeit ein großes Thema sind, bestätigt auch die Stadt Kassel. Regine Bresler, die Leiterin des Gesundheitsamtes Region Kassel, sagt: „Häufig bekommen wir etwa von Apotheken Hinweise auf gefälschte Impfnachweise. Das leiten wir dann an die Polizei weiter, da es sich um einen Straftatbestand handelt. Wir erleben mittlerweile so viele Dinge, die vor zwei Jahren ja noch unvorstellbar gewesen.“ Oberbürgermeister Christian Geselle betont die Folgen des Handelns in Zeiten der Pandemie und der Omikronwelle: „Man betrügt so nicht nur, sondern gefährdet seine Mitmenschen.“

Hintergrund

Seit der Einführung der 3G-Regel hat die Polizei mit gefälschten Impfausweisen zu tun. Diese Art der Kriminalität gab es zuvor in dieser Form überhaupt nicht. Inzwischen ermittelt die Polizei hessenweit nun bereits in Strafverfahren in einem unteren vierstelligen Bereich. Noch höher liegt die Zahl sichergestellter Impfausweise. Allein in Kassel wurden im Dezember 2021 in einem Fall mehr als 800 Impfausweise sichergestellt.

(Ulrike Pflüger-Scherb und Florian Hagemann)

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