Stadt will mobile Impfteams für ganz Kassel

In Kassel könnte bald auch vor Ikea und Supermärkten geimpft werden

Ein Ikea von außen.
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Auch hier könnte bald geimpft werden.

Mobile Impfteams könnten in Kassel bald auch vor dem Ikea und Supermärkten im Einsatz seien. Dafür muss nur mehr Impfstoff zur Verfügung stehen. Das könnte schon bald der Fall sein.

Kassel – Auch in Kassel könnte es bald mobile Impfteams geben, die in Stadtteilen Einwohner gezielt gegen Corona immunisieren. Dies kündigte Gesundheitsdezernentin Ulrike Gote (Grüne) gegenüber der HNA an. Die Impfteams sollen jedoch nicht nur wie zuletzt in Köln in sozialen Brennpunkten eingesetzt werden, sondern in der ganzen Stadt – etwa bei Ikea.

Es sollen Orte sein, „wo wir die meisten Menschen erreichen“, wie Gote sagt: „Das können Parks sein, gut frequentierte öffentliche Einrichtungen und Plätze vor Supermärkten oder an Einkaufszentren.“ Voraussetzung dafür sei aber genügend Impfstoff. Der fehlt bislang. Gote geht davon, dass sich das bald ändert und die „Impfpriorisierung ab Juni generell wegfällt.“

Zuletzt hatte ein Projekt in Köln Schlagzeilen gemacht. Die Stadt hatte mobile Impfteams in die Trabantensiedlung Chorweiler geschickt, weil die Inzidenz dort deutlich höher ist. Nach wenigen Tagen musste der Modellversuch beendet werden, weil nicht genügend zusätzlicher Impfstoff zur Verfügung stand. Ein weiteres Projekt startete gestern in einigen Kiezen in Berlin-Neukölln.

Gote sieht das nicht nur wegen des noch nicht ausreichend zur Verfügung stehenden Impfstoffs kritisch, sondern auch, weil sie den Begriff „sozialen Brennpunkt“ für falsch hält: Damit würden „ganze Stadtteile und Gruppen in Kassel zu Unrecht stigmatisiert“. Dagegen fordert Rosa-Maria Hamacher vom Paritätischen Wohlfahrtsverband schon jetzt „lokale Impfstrategien für soziale Brennpunkte“, wie die Geschäftsführerin der HNA sagte. Mitarbeiter der Mitgliedsorganisationen würden etwa in Rothenditmold und der Nordstadt eine niedrigere Impfbereitschaft erleben, weil die Aufklärung fehle: „Die Menschen dort beziehen ihre Informationen nicht vom Robert-Koch-Institut, sondern aus Social Media. Wenn wir nicht auf sie zugehen, verlieren wir viele.“

Die Stadt hat derweil beim Hessischen Städte- und Gemeindetag ihr Interesse an Quartiersimpfungen und zusätzlichem Impfstoff angemeldet. Das Impfzentrum neben dem Auestadion soll es laut Gote noch mindestens bis September geben. (Matthias Lohr)

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