Aus für Standorte in knapp vier Monaten

Impfungen bald nur noch beim Arzt: Impfzentren in Kassel und Calden schließen im September

Impfstraße im Kasseler Impfzentrum
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Im Kasseler Impfzentrum könnte deutlich mehr geimpft werden, allerdings wird derzeit zu wenig Wirkstoff geliefert.

Die Impfzentren in Kassel und Calden sollen wie die anderen 26 hessischen Zentren spätestens am 30. September schließen. Das teilte das Innenministerium mit.

Kassel/Kreis Kassel – Impfzentren in Kassel und Calden sollen spätestens am 30. September schließen. Bis Ende September sei die Finanzierung durch den Bund und das Land aber sichergestellt. Impfungen würden anschließend in Arztpraxen und bei Betriebsärzten erfolgen, so das Ministerium.

Jeder, der seine Erstimpfung in einem Zentrum bekommen habe, werde aber noch die Möglichkeit bekommen, dort auch seine Zweitimpfung zu erhalten.

Das Impfzentrum in Kassel war am 11. Dezember 2020 einsatzbereit und nahm – nachdem der Startschuss vom Land Hessen kam – seine Arbeit am 19. Januar 2021 auf. Zuvor waren mobile Teams in Alten- und Pflegeheimen im Einsatz, deren Arbeit ebenfalls im Impfzentrum koordiniert wird. Das Impfzentrum in Calden durfte erst noch später öffnen – und zwar am 9. Februar.

Impfzentren in Kassel und Calden schließen im September: 109.489 Impfungdosen verimpft

Geprägt war die Arbeit der Impfzentren seither von Impfstoffmangel, sodass weder das Zentrum in Kassel noch das in Calden jemals ausgelastet waren. 109.489 Impfungdosen wurden bisher im Kasseler Impfzenrum, von den mobilen Teams und in den Krankenhäusern verimpft, im Kreis sind es 100.404.

Dazu zählen im Kreis derzeit deutlich mehr Zweitimpfungen, weil für Erstimpfungen in größerem Umfang nicht ausreichend Impfstoff vorhanden ist. Am Montag beispielsweise waren es 952 Zweit- und nur 96 Erstimpfungen.

Das Aus für die Impfzentren kommentierte die Stadt Kassel am Dienstag nicht. Im Kreishaus wurde die Nachricht mit Skepsis aufgenommen. Der Landkreis nehme das zur Kenntnis, halte es aber für nicht wirklich realistisch, sagte Kreissprecher Harald Kühlborn auf Anfrage.

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Impfzentren in Kassel und Calden schließen: Der letzte Zeitpunkt für Erstimpftermine ist der 26. August

Eine Schließung zum 30. September würde bedeuten, dass der letzte Zeitpunkt für Erstimpftermine der 26. August wäre, um die entsprechenden Zweitimpfungen nach sechs Wochen bis Ende September absolvieren zu können. Das würde dann aber auch heißen, dass man bis zum 26. August einen Großteil der Impfwilligen aus dem Kreis im Zentrum abgearbeitet haben müsste.

Denn die Übrigen müsste man ja dann zu diesem Zeitpunkt mit all dem damit verbundenen Aufwand den Ärzten überantworten, gab Kühlborn zu bedenken. Darüber würde sich womöglich zwar die Kassenärztliche Vereinigung freuen, aber ob das bei jedem niedergelassenen Arzt auch der Fall wäre, sei mal dahingestellt, sagte der Kreissprecher.

„Bereits im November 2020 hat die Landesregierung unterstrichen, dass es unser Ziel ist, die Schutzimpfungen gegen das Coronavirus in die Regelversorgung zu überführen, sobald es möglich ist“, kommentierte Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) die geplante Schließung. „Dies wird Ende des dritten Quartals der Fall sein.“ Schon jetzt gehe der überwiegende Teil der Impfstoffe nicht mehr an Impfzentren sondern die Haus- und Betriebsärzte. Dort werde nun nach und nach mehr geimpft.

Soldaten, die innerhalb Deutschlands aushelfen, kennt man eigentlich nur von Ereignissen wie der Hochwasser-Katastrophe 2013. Seit einigen Wochen sind sie aber auch im Kasseler und im Caldener Impfzentrum ein gewohntes Bild. (mak/mam/dpa)

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