Zentrale Stelle der Stadt ist einsatzbereit

Corona-Impfzentrum in Kassel ist fertig: So wird es dort ablaufen

Blick ins Kasseler Impfzentrum
+
Blick ins Kasseler Impfzentrum: In der Großsporthalle am Auepark wurden mit Elementen aus dem Messebau innerhalb weniger Tage die An- und Abmeldung, Wartebereiche und die Impfstraßen mit den Impfkabinen (zu erkennen am roten Punkt mit der Ziffer 3) aufgebaut. Die Kosten trägt das Land Hessen.

Noch steht nicht fest, wann die Impfungen gegen Corona in Deutschland starten. Klar ist aber: Das Impfzentrum in Kassel ist einsatzbereit.

Kassel – „Theoretisch könnten wir morgen loslegen“, sagt Oberbürgermeister Christian Geselle. Erste Probeläufe seien erfolgreich absolviert worden, nun warte man auf den Impfstoff, der das Coronavirus bekämpfen soll.

Während eines Rundgangs mit Medienvertretern stellte Geselle das Impfzentrum in der Großsporthalle am Auepark in Kassel am Freitag zusammen mit dem Organisationsteam vor. Mehr als 2000 Impfungen werden dort pro Tag möglich sein – sobald der Impfstoff zugelassen und ausgeliefert ist.

Das wird frühestens für Ende des Jahres erwartet. Dann wird es auch die Einladungen zur Impfung geben. „Wichtig ist: Es gibt keine Impfpflicht, jeder kann selbst entscheiden, ob er sich impfen lässt oder nicht“, so Geselle.

Corona-Impfzentrum in Kassel hat 7 Tage pro Woche von 7 bis 22 Uhr geöffnet

Geöffnet sein wird das Impfzentrum nahe des Auestadions an sieben Tagen pro Woche – also auch an Sonn- und Feiertagen – von 7 bis 22 Uhr. In Kassel werden die Helfer im Zwei-Schicht-System arbeiten, pro Schicht werden 100 Personen gebraucht – von Ärzten über medizinisches Fachpersonal, Security-Mitarbeiter, pharmazeutisches Fachpersonal, Logistiker, IT-Spezialisten und Verwaltungsmitarbeiter. „Bisher haben sich über 700 Freiwillige gemeldet, die helfen wollen“, sagt Geselle. Erste Verträge seien bereits unterzeichnet.

Hat das Impfzentrum seine Arbeit aufgenommen, kann in 50 Kabinen geimpft werden, erklärt Thomas Schmidt, der die „Besondere Aufbauorganisation Impfen“ zusammen mit Martina Pfeffermann leitet. Dafür wurden in der Großsporthalle zehn Impfstraßen aufgebaut. „Der Ablauf gliedert sich in fünf Phasen“, sagt Pfeffermann. Dazu zählen Anmeldung, Aufklärungsgespräch, Impfung, Aufenthalt im Beobachtungsbereich und Abmeldung. „Optimal dauert ein Durchlauf 15 Minuten.“

Impfung gegen Corona: Es gibt auch mobile Impfteams in Kassel

Zeitgleich mit dem Betriebsstart in den Impfzentren sollen auch mobile Teams die Arbeit aufnehmen und zu denen fahren, die nicht in die Zentren kommen können – etwa Bewohner von Seniorenheimen.

Corona-Impfzentrum: So ist der Ablauf in der Großsporthalle am Auepark in Kassel

Die Großsporthalle am Auepark ist der zentrale Impfort für alle Kasseler. Nur: Wie wird dann alles ablaufen dort? Am Freitag wurde das Impfzentrum vorgestellt. Im Folgenden unternehmen wir einen kleinen Rundgang durch das Impfzentrum und zeigen auf, welche Stationen es dort zu durchlaufen gibt.

Der Eingang der Großsporthalle befindet sich dabei gegenüber vom Parkplatz an der Eissporthalle, links neben dem auffällig grünen Gebäude des Instituts für Sport und Sportwissenschaft der Uni Kassel. Die Halle ist also gut mit dem Auto zu erreichen, aber auch mit der Tram – über die Haltestelle „Auestadion“.

Vorweg: Wichtig ist, dass im gesamten Impfzentrum eine Einbahnstraßenregelung gilt. Es geht also immer in eine Richtung, dann aber nicht mehr zurück – damit es nicht zu Gegenverkehr kommt.

Corona- Impfzentrum in Kassel: So funktioniert die Anmeldung

Hier geht’s los: An den Eingangsschaltern muss sich jeder Besucher vorstellen.

Die Anmeldung (auf dem Bild am Beginn des Artikels zu erkennen am roten Punkt mit der Ziffer 1): Fünf Stellen gibt es, an denen geprüft wird, ob diejenigen, die geimpft werden sollen, alle Unterlagen beisammen haben. Das sieht ein bisschen aus wie im Check-in-Bereich eines Flughafens. Zu beachten ist: Für Impfungen im Impfzentrum ist eine Einladung notwendig. Diese Einladungen sollen, so sagt es die Stadt, so bald wie möglich direkt vom Land Hessen versendet und nach Prioritäten vergeben werden.

Impfwillige können also nicht ohne Einladung im Impfzentrum vorstellig werden. Auch ein Ausweis wird benötigt, damit sichergestellt werden kann, dass auch wirklich derjenige gekommen ist, an den die Einladung ging. Als dritte Unterlage muss jeder seinen Anamnesebogen ausgefüllt mitbringen. Sollte bei der Anmeldung bemerkt werden, dass noch etwas ausgefüllt werden muss oder fehlt, so stehen kurz hinter den Anmeldestellen – im sogenannten Wartebereich A – Stühle mit Schreibplatten zur Verfügung. Natürlich mit ausreichend Abstand.

Corona- Impfzentrum in Kassel: Der Wartebereich

Der Wartebereich (auf dem Bild am Beginn des Artikels zu erkennen am roten Punkt mit der Ziffer 2): Ist die Anmeldung abgeschlossen, gelangen jene, die geimpft werden sollen, über den Durchgang „Dokumentenprüfung“ – bei dem für einen reibungslosen weiteren Ablauf nochmal alle Dokumente durchgesehen werden – in den Wartebereich B. Dort stehen 40 Stühle bereit, falls es trotz festgelegter Impftermine doch mal zu Verzögerungen kommt.

Jeder erhält ein Kärtchen mit einer Buchstaben-Nummer-Kombination. Sobald diese Kombination auf einem der in dem Bereich aufgebauten Monitore aufleuchtet, geht es gemeinsam mit einem Helfer weiter in den Impfbereich. Bis dahin heißt es: warten. Auch dieser Bereich erinnert im Übrigen an eine Wartehalle im Flughafen.

Corona- Impfzentrum in Kassel: Hier wird geimpft

Die Impfkabine: Nach einer Aufklärung bekommen die Besucher hier die Impfung. Alle Bereiche des Impfzentrums sind barrierefrei zugänglich.

Das Impfen (auf dem Bild am Beginn des Artikels zu erkennen am roten Punkt mit der Ziffer 3): Hinter dem Wartebereich tun sich die Impfkabinen auf. Davon gibt es 50 Stück – jeweils fünf in den insgesamt zehn Impfstraßen, in denen sich jeweils auch Materialräume befinden. Jede Impfkabine ist mit Stühlen, Rechnern und einer Liege ausgestattet.

Damit sie leicht gefunden werden, sind sie von A1 bis J5 durchnummeriert. In den Kabinen findet das ärztliche Aufklärungs- und Beratungsgespräch statt, anschließend dann die Impfung durch medizinisches Personal. Ein Ampelsystem an den Kabinenwänden zeigt, ob die Kabine belegt ist (rot), ein Arzt den „Impfling“ aufklärt (gelb), geimpft wird (grün) oder die Reinigung erledigt ist (weiß).

Corona- Impfzentrum in Kassel: Das ist der Beobachtungsbereich

Der Beobachtungsbereich (auf dem Bild am Beginn des Artikels zu erkennen am roten Punkt mit der Ziffer 4): Wer geimpft ist, muss noch einmal Platz nehmen – zur Sicherheit. Fünf Minuten dauert das in der Regel, bei Menschen mit Vorerkrankungen kann es auch mal etwas länger dauern. Die Organisatoren sprechen von 15 bis 30 Minuten. Allein ist man in dieser Zeit nicht, denn für den Beobachtungsbereich sind Mitarbeiter abgestellt, die aufpassen.

Für Notfälle stehen zudem immer eine Rettungswagenbesatzung und ein Notarzt bereit. Und: Wer nicht allein ins Impfzentrum kommen kann, dessen Begleiter gelangt über einen extra Gang vom Warte- zum Beobachtungsbereich, um seinen Schützling in Empfang zu nehmen. Auch so wird gewährleistet, dass Abstände eingehalten werden – auf die im Übrigen an vielen Stellen Schilder hinweisen.

Im Beobachtungsbereich (Stühle vorne) warten die Besucher nach der Impfung, danach geht’s zur Abmeldung (Bereich hinter den Stühlen).

Corona- Impfzentrum in Kassel: So funktioniert die Abmeldung

Die Abmeldung (auf dem Bild am Beginn des Artikels zu erkennen am roten Punkt mit der Ziffer 5): Im letzten Schritt muss jeder Besucher noch seine Laufkarte loswerden. Das passiert an mehreren Abmeldungsschaltern. Dort erhält man dann auch seine Bescheinigung über die Impfung. Wie diese aussehen wird, steht allerdings noch nicht fest.

Nur, dass es eine bundesweite Regelung geben soll – damit nicht ein Geimpfter einen Stempel im Impfpass hat und der nächste einen Zettel zum Beilegen. Wenn alles gut läuft, verlässt der Impfling nach gerade einmal 15 Minuten die Halle.

Corona- Impfzentrum in Kassel: So funktioniert das Backoffice

Die technische Überwachung (auf dem Bild am Beginn des Artikels zu erkennen am roten Punkt mit derm Buchstaben A): Damit der Ablauf im Testzentrum tatsächlich an sieben Tagen in der Woche 15 Stunden pro Tag ohne Einschränkungen laufen kann, gibt es ein Backoffice auf der Tribüne. Die Mitarbeiter dort haben nicht nur alles im Blick. Sie überwachen auch die Logistik.

Bilder aus dem Kasseler Impfzentrum

 Kasseler Impfzentrum
Erste Bilder aus dem Kasseler Impfzentrum in der Großsporthalle am Auepark - von der An- bis zur Abmeldung © Andreas Fischer
 Kasseler Impfzentrum
Erste Bilder aus dem Kasseler Impfzentrum in der Großsporthalle am Auepark - von der An- bis zur Abmeldung © Andreas Fischer
 Kasseler Impfzentrum
Erste Bilder aus dem Kasseler Impfzentrum in der Großsporthalle am Auepark - von der An- bis zur Abmeldung © Andreas Fischer
 Kasseler Impfzentrum
Erste Bilder aus dem Kasseler Impfzentrum in der Großsporthalle am Auepark - von der An- bis zur Abmeldung © Andreas Fischer
Kasseler Impfzentrum
Erste Bilder aus dem Kasseler Impfzentrum in der Großsporthalle am Auepark - von der An- bis zur Abmeldung © Andreas Fischer
Kasseler Impfzentrum
Erste Bilder aus dem Kasseler Impfzentrum in der Großsporthalle am Auepark - von der An- bis zur Abmeldung © Andreas Fischer
Kasseler Impfzentrum
Erste Bilder aus dem Kasseler Impfzentrum in der Großsporthalle am Auepark - von der An- bis zur Abmeldung © Andreas Fischer
Kasseler Impfzentrum
Erste Bilder aus dem Kasseler Impfzentrum in der Großsporthalle am Auepark - von der An- bis zur Abmeldung © Andreas Fischer
Kasseler Impfzentrum
Erste Bilder aus dem Kasseler Impfzentrum in der Großsporthalle am Auepark - von der An- bis zur Abmeldung © Andreas Fischer
Kasseler Impfzentrum
Erste Bilder aus dem Kasseler Impfzentrum in der Großsporthalle am Auepark - von der An- bis zur Abmeldung © Andreas Fischer
Kasseler Impfzentrum
Erste Bilder aus dem Kasseler Impfzentrum in der Großsporthalle am Auepark - von der An- bis zur Abmeldung © Andreas Fischer
Kasseler Impfzentrum
Erste Bilder aus dem Kasseler Impfzentrum in der Großsporthalle am Auepark - von der An- bis zur Abmeldung © Andreas Fischer
Kasseler Impfzentrum
Erste Bilder aus dem Kasseler Impfzentrum in der Großsporthalle am Auepark - von der An- bis zur Abmeldung © Andreas Fischer
Kasseler Impfzentrum
Erste Bilder aus dem Kasseler Impfzentrum in der Großsporthalle am Auepark - von der An- bis zur Abmeldung © Andreas Fischer
Kasseler Impfzentrum
Erste Bilder aus dem Kasseler Impfzentrum in der Großsporthalle am Auepark - von der An- bis zur Abmeldung © Andreas Fischer
Kasseler Impfzentrum
Erste Bilder aus dem Kasseler Impfzentrum in der Großsporthalle am Auepark - von der An- bis zur Abmeldung © Andreas Fischer
Kasseler Impfzentrum
Erste Bilder aus dem Kasseler Impfzentrum in der Großsporthalle am Auepark - von der An- bis zur Abmeldung © Andreas Fischer
Kasseler Impfzentrum
Erste Bilder aus dem Kasseler Impfzentrum in der Großsporthalle am Auepark - von der An- bis zur Abmeldung © Andreas Fischer
Kasseler Impfzentrum
Erste Bilder aus dem Kasseler Impfzentrum in der Großsporthalle am Auepark - von der An- bis zur Abmeldung © Andreas Fischer

Corona- Impfzentrum in Kassel: Es gibt eine eigene Apotheke

Für die Augen der Besucher unsichtbar bleibt derweil die zum Impfzentrum gehörende Apotheke, in der die Impfstoffe aufbereitet werden. Die Impfdosen müssen zwar bei minus 70 Grad Celsius gelagert, vor der Impfung aber bei 2 bis 8 Grad aufgetaut werden. Bei dieser Temperatur halten sie sich bis zu fünf Tage. Zum Vergleich: Bei Temperaturen von 25 Grad halte sie gerade mal bis zu zwei Stunden.

Corona- Impfzentrum in Kassel: 24-Stunden Videoüberwachung und Security

Und noch etwas wird vielen Besuchern nicht sofort auffallen: Das komplette Impfzentrum wird rund um die Uhr videoüberwacht. Zudem stehen Security-Mitarbeiter bereit. Diese werden im Zweifel auch eingreifen, wenn jemand das Impfzentrum betreten will, der keine Einladung hat oder die Abläufe stören will.

Wer zuerst geimpft wird

Die Impfungen sollen nach einem Plan ablaufen, den die Ständige Impfkommission (Stiko) vorgelegt hat. Demnach sollen Risikogruppen wie Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, Menschen mit Vorerkrankungen sowie medizinisches Personal zuerst geimpft werden. Wie Risikogruppen gefunden werden, wird derzeit – auch mit Blick auf den Datenschutz – erarbeitet. „Sobald wir wissen, wie das Einladungsmanagement funktioniert, informieren wir“, so Geselle.

Die aktuellen Entwicklungen zu den Corona-Fallzahlen in der Region Kassel finden Sie in unserem News-Ticker. (Marie Klement und Florian Hagemann)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.