Neubau der Kasseler Sparkasse

In Kassel entsteht Deutschlands größte Sparkassenfiliale

Visualisierung des künftigen S-Finanz-Campus, Hauptstelle der Kasseler Sparkasse, die 2024 an der Ecke Kölnische Straße / Spohrstraße fertig werden soll
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Imposanter Bau mit neun Geschossen: So wird sich der S-Finanz-Campus, die künftige Zentrale der Kasseler Sparkasse, an der Ecke Kölnische und Spohrstraße nach Fertigstellung im Jahr 2024 präsentieren.

Demnächst beginnt der Abriss des Sparkassengebäudes an der Kölnischen Straße oberhalb des Königsplatzes. Die Kasseler Sparkasse baut dort bis 2024 ihre neue Hauptstelle.

Kassel – Der geplante Neubau der Kasseler Sparkasse oberhalb des Königsplatzes wird in nächster Zeit für die Öffentlichkeit sichtbar werden: Auf dem Grundstück an der Ecke Kölnische Straße und Spohrstraße haben die Vorbereitungen zum Abbruch begonnen. Bis zum Herbst soll der siebengeschossige Altbau verschwunden sein, an seiner Stelle soll bis Mitte 2024 der S-Finanz-Campus als neue Zentrale des Geldinstituts mit Deutschlands größter Sparkassenfiliale entstehen.

Der Altbau wurde nach Angaben des Geldinstituts bereits vor dem Jahreswechsel geräumt, die 150 Mitarbeiter dort sind vorerst in die heutige Hauptstelle an der Wolfsschlucht sowie an andere Standorte der Sparkasse umgezogen. Auch 1500 Kundenschließfächer an der Kölnischen Straße wurden dorthin verlegt. Bankgeschäfte in Selbstbedienung kann man an der Kölnischen Straße während der Bauzeit weiter erledigen, dafür wurde an der Grundstücksgrenze in Richtung Parkhaus ein vorübergehender SB-Bereich gebaut.

Deutschlands größte Filiale der Sparkasse: Gebäude in Kassel bekommt neun Etagen

Mit dem Neubau, der neun Etagen hoch sein wird, werde „ein weiterer hochwertiger Baustein“ in Kassels Innenstadt entstehen, sagte Architekt Ole Creutzig vom Kasseler Büro Atelier 30, dessen Entwurf in einem Architektenwettbewerb ausgewählt wurde. Das Gebäude, in dem 520 Menschen arbeiten sollen, wird laut Sparkassen-Vorstandschef Ingo Buchholz nach hohen Maßstäben in Sachen Ökologie und Nachhaltigkeit errichtet: „Wir orientieren uns komplett an den Standards der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen.“ Dafür werde auch eine Zertifizierung angestrebt.

Die Abbrucharbeiten werden laut Projektleiter Thomas Tripp demnächst von der Kleinen Rosenstraße her beginnen. Auf die Verkehrsführung der Kölnischen und der Spohrstraße habe der Abriss keine Auswirkungen.

Mit dem 51 Millionen Euro teuren Neubau will die Sparkasse ihre Geschäftsflächen in Kassels Innenstadt um 40 Prozent verkleinern. Seit der Fusion von Kreis- und Stadtsparkasse im Jahr 1997 hat das Institut im Zentrum zwei große Bürokomplexe und zwei Kundenhallen, die Gesamtfläche wird längst nicht mehr benötigt.

Nachdem die Kasseler Sparkasse Ende 2024 in ihren Neubau eingezogen ist, will die Stadt Kassel die dann freien Gebäude des Instituts zwischen Wolfsschlucht und Ständeplatz langfristig zur Einrichtung eines Technischen Rathauses mieten. Dafür gab es mehrheitlich grünes Licht in der jüngsten Stadtverordnetensitzung. Nächste Woche wird das Thema nun auch im Verwaltungsrat der Kasseler Sparkasse behandelt – erst danach wollen beide Seiten Details zu dem Vorhaben nennen.

Neue Sparkassen-Zentrale setzt Akzent im Stadtbild von Kassel

Die neue Zentrale der Kasseler Sparkasse wird ein starker Akzent im Stadtbild werden: Mit dem denkmalgeschützten früheren EAM-Hochhaus am Scheidemannplatz und dem benachbarten GWG-Hochhaus wird der Neubau vom Königsplatz aus eine Achse bilden, die Kassel etwas großstädtischer erscheinen lässt. Aber auch die inneren Werte des Gebäudes können sich nach Darstellung der Sparkasse sehen lassen.

Durch ein zeitgemäßes Energiekonzept samt Sonnenstromkollektoren auf den begrünten Dachflächen rechnet das Institut mit einer Energiekosten-Ersparnis von einer Million Euro pro Jahr und einem entsprechend geringeren CO2-Ausstoß. Noch vor Baubeginn will man sich die Öko-, Technik- und Raumqualitätsziele von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen vorab zertifizieren lassen. „Das ist der Goldstandard“, sagte Sparkassen-Vorstandschef Ingo Buchholz.

Sparkasse Kassel baut neue Filiale: Kritik am großen Bau

Gleichwohl ist das einigen nicht genug. Als es in der jüngsten Stadtparlamentssitzung um den Bebauungsplan für das Projekt ging, kritisierte Violetta Bock von der Kasseler Linken, der Bau sei nicht zukunftsweisend, weil nicht komplett klimaneutral. Steffen Müller von den Grünen bescheinigte dem Gebäude hingegen einen hohen Umweltstandard – und den Linken, die als einzige gegen die Planung stimmten, eine Blockadehaltung.

Anlässlich einer vorbereitenden Ausschusssitzung hatten Mitglieder der BUND-Kreisgruppe ein Transparent gezeigt mit der Parole: „Neubau Sparkasse stoppen!“ Bemängelt wurde, dass der Gebäudekomplex keinen Passivhaus-Standard erfülle und dass überhaupt eine Tiefgarage vorgesehen sei. Das sei mit Blick auf Klimaschutzziele nicht akzeptabel. Auf HNA-Anfrage erläuterte Thomas Tripp, Projektleiter bei der Kasseler Sparkasse, bei 520 Menschen, die im Gebäude arbeiten werden, seien 100 Parkflächen vorgesehen, davon allerdings 40 für die Kunden. Er habe Verständnis, dass so ein Bauprojekt kritisch begleitet werde, „aber wir geben uns wirklich sehr viel Mühe“, betonte Tripp.

Riesige Sparkassen-Filiale in Kassel: Mitarbeiter haben Namen vorgeschlagen

Die künftiges Sparkassenzentrale soll den Namen S-Finanz-Campus tragen. Diese Benennung sei aus rund 300 Vorschlägen der Mitarbeiter ausgewählt worden, sagte Vorstandsvorsitzender Buchholz. Ebenso mit Beteiligung der Beschäftigten sei bereits 2019 ein Arbeitsplatzkonzept erarbeitet worden, das statt fester Büros flexibles Arbeiten innerhalb und außerhalb des Gebäudes möglich machen soll. Aktuell seien schon 40 Prozent der Arbeitsplätze mit mobiler Technik ausgestattet, was bei der Umsetzung der Home-Office-Verordnung helfe. Künftig soll das laut Buchholz für alle Beschäftigten möglich sein.

Für den Abriss des Altbaus liegt laut der Sparkasse schon die Genehmigung vor. Nachdem nun im Stadtparlament der Bebauungsplan verabschiedet wurde, gehe man davon aus, dass in knapp zwei Monaten die Baugenehmigung vorliegt. Vor allem für Anwohner hat die Kasseler Sparkasse im Netz einen Film bereitgestellt, der einen Überblick über das Bauvorhaben und die demnächst beginnenden Arbeiten gibt. Den Film kann sich hier aber jeder Interessierte anschauen - das Passwort lautet: S-Finanz-Campus. (Axel Schwarz)

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