In diesem Jahr werden 600 Neubauten entstehen

In Kassel wird zu wenig neu gebaut - 1800 Wohnungen müssten es jährlich sein

Kassel. Viele suchen in der Stadt eine Wohnung, finden aber keine Bleibe. Es wird zu wenig neu gebaut. Jährlich müssten bis 2022 in Kassel 1800 Wohnungen neu entstehen

Das hat das Darmstädter Institut Wohnen und Umwelt (IWU) im Auftrag der hessischen Landesregierung berechnet. 2015 und 2016 waren aber nur jeweils 600 Wohnungen neu gebaut worden. Auch in diesem Jahr ist nur mit 600 Neubauten zu rechnen.

Das ist viel zu wenig angesichts der steigenden Einwohnerzahl, der weiteren Zunahme der Ein-Personen-Haushalte und mehr als 1000 Flüchtlingen mit Bleiberecht, die in der Stadt keine Wohnung finden und deshalb weiter in Heimen leben müssen.

Preisgünstige Wohnungen sind Mangelware

Vor allem preisgünstige Wohnungen sind Mangelware. Die Zahl der Sozialwohnungen in Kassel hat sich auf 6000 verringert. 2011 gab es noch 10.000 Bleiben mit günstigen Mieten für Menschen mit geringen Einkommen. Der Mieterbund Nordhessen fordert, das jede vierte bis fünfte Neubauwohnung durch Steuergeld gefördert und als preisgünstige Sozialwohnung angeboten werden müsste. Doch eine Sozialwohnungsquote, wie es sie in anderen Städten bereits gibt, ist in Kassel kein Thema. „Es geht um Wohnungen für kleine und mittlere Einkommen“, mahnt Mieterbund-Vorsitzender Dr. Willi Hilfer eine aktive Wohnungsbaupolitik der Stadt an.

Es würden nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, preiswerten Wohnraum zu schaffen, kritisiert auch Professor Dr. Uwe Altrock, Dekan des Fachbereichs Architektur der Kasseler Uni.

Wohnungsmarktbericht wird am Dienstag vorgestellt

Kassels Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) sagt: „Wir können den Verlust an Sozialwohnungen nicht nachbauen.“ Er will am Dienstag den neu erarbeiteten Wohnungsmarktbericht für die Stadt Kassel vorlegen. Dessen Zahlen sollen Grundlage für die weitere Diskussion sein. Nolda hält die IWU-Zahl für zu hoch, man müsse die Debatte versachlichen.

Rubriklistenbild: © picture alliance / Bernd von Jutrczenka/dpa

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