Am Blauen Sonntag haben Besucher die nordhessische Industriekultur entdeckt

Industriekultur in Kassel zum Anfassen

Dampf im Kessel: Auf der Lok HC 5 konnten die Besucher im Führerstand mitfahren und den Lokführern bei der Arbeit zuschauen. Foto: Graf

Kassel. Leider hielt der Himmel nicht das, was der Blaue Sonntag versprach: Er war grau. Das konnte jedoch die Besucher der Veranstaltung vom Netzwerk Industriekultur Nordhessen nicht davon abhalten, sich bei den verschiedenen Ausstellungen und Vorführungen über die Geschichte der Industrie in der Region zu informieren.

Wo der Herkules entstand

„Der ist aber schwer“, sagt Julian Schubert. Er darf den Schmiedehammer einmal hochheben und auf den Amboss schlagen. Der Zehnjährige ist, wie die anderen Besucher im Messinghof, begeistert von der Arbeit des Schmieds Boris Klopotek, der in der ehemaligen Messinggießerei an der Leipziger Straße ein Stück Metall bearbeitet.

An dieser Stelle wurde in den Jahren 1714-1717 von Johann Jacob Anthoni der Herkules gegossen. Das Besondere daran war, dass zum ersten Mal ein Monument nicht aus einem Vollmaterial wie Stein oder Holz geschaffen wurde, sondern ein Metallgerüst die aufgesetzten Messingplatten hielt. Dadurch wurde der Herkules sehr viel leichter. Diese Technik wurde später auch beim Hermannsdenkmal im Teutoburger Wald und bei der Freiheitsstatue in den USA angewendet.

Doch nicht allein der Messinghof war am Blauen Sonntag zu besichtigen. Neben vielen weiteren Industriestandorten in Nordhessen konnten Besucher auch den Hessencourrier entdecken und auf dem Führerstand einer Dampflok aus dem Jahr 1952 mitfahren. Der Verein Hessencourrier sammelt Trieb- und Personenwagen aus der Zeit von 1894-1956, restauriert die Fahrzeuge und bietet auf der Strecke von Kassel nach Naumburg Fahrten im originalgetreuen Zug an.

Informationen unter: www.blauer-sonntag.de

Von Martin Graf

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