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Corona-Infizierte in Kassel: So verläuft die Kontaktverfolgung

Kontaktnachverfolgung per Telefon
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Nach dem Anruf folgt die Quarantäne. Wer Kontaktperson eines Infizierten ist, wird unter anderem per Telefon informiert. Das Foto entstand in Tübingen.

In Zeiten von Corona ist die Kontaktnachverfolgung wichtig. Wegen der hohen Zahlen war dies Ende letzten Jahres nicht möglich. Mittlerweile hat sich die Lage entspannt.

Kassel – Mit den drastisch gestiegenen Infektionszahlen ab November sind die Gesundheitsämter an ihre Grenzen bei der Kontaktnachverfolgung gestoßen. Mittlerweile hat sich die Situation wieder entspannt. Wir blicken genauer auf die Kontaktnachverfolgung und auf weitere Corona-Themen in unseren Fragen und Antworten:

Können in Kassel alle Kontakte von Infizierten nachverfolgt werden?
Mittlerweile ja. In den Wochen mit sehr hoher Sieben-Tage-Inzidenz – etwa um Weihnachten und Neujahr herum – war eine vollständige Nachverfolgung der Kontakte nicht möglich. Seit die Fallzahlen seit Mitte Januar gesunken sind, ist die Nachverfolgung wieder gewährleistet. Dazu habe auch beigetragen, dass das Ermittlungs-Team um weitere Kollegen ergänzt wurde, sagt Stadtsprecher Claas Michaelis.
Wie viele Mitarbeiter sind mit der Kontaktverfolgung beschäftigt?
Momentan sind laut Stadt 144 Mitarbeiter in der Kontaktpersonen-Nachverfolgung eingesetzt.
Über welche Wege erfolgt eine Kontaktnachverfolgung?
Die betroffenen Personen werden entweder per Telefon, per E-Mail oder bei Hausbesuchen darüber informiert, dass sie Kontakt zu einem Infizierten hatten. Selten wird dies auch auf dem Postweg erledigt. Soziale Netzwerke wie Facebook und Instagram oder Whatsapp werden nicht genutzt.
Kann man sagen, wie viele Kontakte pro Infiziertem im Schnitt informiert werden müssen?
Die Anzahl der Kontakte einer infizierten Person ist während des seit Mitte Dezember geltenden Lockdowns deutlich geringer als in Zeiten, in denen die persönlichen Kontakte nicht eingeschränkt waren. Eine genaue Zahl kann das Gesundheitsamt nicht nennen. „Die Anzahl der Kontakte pro Person schwankt je nach Lebenssituation und Lebensweise“, sagt Michaelis.
Was sind die Erfahrungen des Kasseler Gesundheitsamtes: Wo stecken sich die meisten Infizierten an?
Da Betroffene den Zeitpunkt ihrer Infektion in sehr vielen Fällen nicht angeben können, kann das Gesundheitsamt dazu keine genaue Aussage machen. Auffällig ist, dass es viele Übertragungen im familiären Zusammenhang und in Wohneinrichtungen gibt. Es gilt also: Insbesondere, wo Menschen auf engerem Raum zusammenleben, kommt es zu Übertragungen.
Haben sich die Orte, an denen sich jemand ansteckt, seit Beginn der Pandemie verändert?
Wo die tatsächliche Ansteckung passiert, kann man nur in sehr wenigen Fällen sagen, erklärt Stadtsprecher Michaelis. Meist bleibt der genaue Ort oder die genaue Situation der Virusübertragung unerkannt. Waren es zu Beginn der Pandemie insbesondere die Reiserückkehrer aus den Ski- und Urlaubsgebieten, bei denen Infektionen auftraten, kam es später in allen Bevölkerungsgruppen und Lebenssituationen zu Ansteckungen.
Ist es möglich, einen Überblick zu bekommen, wie viele Corona-Fälle es bisher in den jeweiligen Stadtteilen gab?
Leider nein. Die Stadt Kassel veröffentlicht diese Daten nicht.
Wie haben sich die aktuellen Zahlen entwickelt?
32 neue Fälle gibt es Stand Freitag – 14 in Kassel und 18 im Landkreis. Aktuell infiziert sind 88 Personen in Kassel (plus 1) und 168 im Kreis (plus 3). 27 Infizierte werden im Krankenhaus behandelt, 10 von ihnen intensivmedizinisch. In Kassel gibt es zudem einen weiteren Todesfall.
Wie hoch ist die Sieben-Tage-Inzidenz?
In Kassel ist die Sieben-Tage-Inzidenz, die angibt, wie viele neue Fälle es in den letzten sieben Tagen pro 100 000 Einwohner gab, von 18,8 auf 23,3 gestiegen, im Kreis leicht gesunken: von 35,5 auf 35,1. Auch wenn die Inzidenz in Kassel wieder gestiegen ist, hat die Stadt weiter die geringsten Fallzahlen auf eine Woche gesehen.
Schaut die Stadt bei der Erhebung der Daten beispielsweise darauf, wie hoch die Inzidenz nach Altersgruppen ist?
Nein, dies wurde laut Michaelis nur stichpunktartig gemacht. „Momentan liegen uns dazu keine aktuellen Daten vor.“

Alle weiteren Informationen zu Corona in der Region Kassel gibt es im News-Ticker.(Marie Klement)

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