Schüler Paul Hege nahm erfolgreich an einem Bundeswettbewerb teil

Die Informatik im Blut

Turingmaschine: Mit diesem Rechenmodell der Theoretischen Informatik beschäftigt sich Paul Hege im Leistungskurs für Informatik. Foto: Quanz

Kassel. Er hat beim „Jugend forscht“-Wettbewerb auf Nordhessenebene im Bereich Mathematik den ersten Platz belegt. Das war 2011. Er hat zusammen mit vier anderen Schülern Deutschland bei einem internationalen Physikwettbewerb vertreten. Dafür opferte er einen Teil seiner diesjährigen Sommerferien. Beim Bundeswettbewerb für Informatik nahm der Kasseler Paul Hege als Preisträger nun 500 Euro mit nach Hause.

Fragt man den 17-jährigen Schüler vom Wilhelmsgymnasium nach seinen Hobbys, fällt ihm zuerst Informatik ein. Er beschäftige sich auch in der Freizeit mit seinem Leistungsfach. „Ich sitze auch mal am Klavier oder spiele Geige, wenn ich Lust dazu habe“, sagt Paul Hege. Nur wirklich musikalisch sei er nicht.

„Paul liest jetzt schon Fachliteratur der Mathematik, die eigentlich den Studenten vorbehalten ist“, sagt sein Tutor an der Schule, Dieter Haß. Der Nebeneffekt: Paul Hege melde sich in Mathematik nur noch, wenn der Lehrer einen Fehler mache oder sich undeutlich ausdrücke.

Die Entscheidung, am Informatikwettbewerb teilzunehmen, traf er selbst. Er habe den Flyer in den Händen eines Mitschülers entdeckt. Vor zwei Jahren habe er schon einmal ohne Erfolg am Wettbewerb teilgenommen. Nun, mit mehr Wissen im Gepäck, wollte er es noch einmal versuchen.

Lehrer halfen ihm nicht

„Ich hab in der Schule gefragt, ob ich meinen Wettbewerbsbeitrag als Lernleistung in mein Abitur einbringen kann“, sagt Hege. Dann besorgte er sich die zu lösenden Aufgaben für die erste Wettbewerbsrunde. Helfen ließ er sich von seinen Lehrern nicht. „Das war eh nicht erlaubt.“

Bereits im September vergangenen Jahres schickte der Oberstufenschüler seine Lösungen für die erste Runde ein. Zwei Tage habe er für die Bearbeitung gebraucht. Schwer sei es ihm aber nicht gefallen. Für die zweite Runde programmierte er im Januar dieses Jahres seine Lösungsansätze in der Sprache C Haskell. „Programmieren habe ich schon als Grundschüler gelernt“, sagt Hege. Sein Vater sei Programmierer und führe eine eigene Firma. „Informatik liegt bei uns im Blut“, sagt der 17-Jährige.

In der Endrunde mussten die 24 Finalisten in Vierer-Teams ein kniffliges Transportproblem lösen. Dafür galt es, verschiedene Vari- anten effizienter Algorithmen zu entwickeln. Außerdem befassten sie sich mit dem Transfer von Daten zwischen strukturell verschiedenen Datenbanken. „Bei der zweiten Aufgabe hat es gedauert, bis ich einen Lösungsansatz hatte“, sagt Hege.

Am Ende wurde der 17-jährige Schüler zweiter Preisträger und nahm 500 Euro in Empfang. Was er mit dem Geld macht? „Ich werde das sicher für mein Studium gebrauchen können.“ Sein Wunschfach ist Mathematik mit Informatik als Nebenfach. Wunschstudienort ist Bonn. Viele Teilnehmer des Wettbewerbs studieren bereits dort.

Von Florian Quanz

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