Informatiker der Uni Kassel

Drohnen als Löschhelfer: Kasseler entwickelten Trainingswelt

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Feuerwehrtraining: Informatiker der Uni Kassel, hier Frank Poschner, haben eine Computerwelt programmiert, in der Feuerwehren den Einsatz von Drohnen, zum Beispiel an brennenden Windparks, testen können.

Kassel. Drohnen sind derzeit in aller Munde. Versandhändler und Postunternehmen wollen künftig Pakete mit unbemannten Luftfahrzeugen verschicken, selbst die Polizei testet bereits Einsätze mit Drohnen. Welchen Nutzen die Flugroboter auch für Feuerwehren bieten, zeigt jetzt ein Forschungsprojekt der Universität Kassel:

Ein Team um Prof. Dieter Wloka vom Fachgebiet Technische Informatik hat eine virtuelle Trainingsarena programmiert, in der Löschzüge den Einsatz von Drohnen dreidimensional am Computer trainieren können. „Drohnen können bei Großeinsätzen von Feuerwehren eine wichtige Funktion übernehmen“, sagt der Professor. „Sie sind schnell vor Ort, erreichen auch Einsatzgebiete, die sonst schwer zugänglich sind und bieten aus der Vogelperspektive einen Mehrwert an Informationen.“

So könnten Flugroboter Bilder und Messdaten für einen ersten Lagebericht an die Leitstelle funken und dabei helfen, den Einsatz effizienter zu koordinieren. „Was genau ist passiert? Gibt es Verletzte? All diese Fragen sind mit einer Drohne schon beantwortet, während die Einsatzfahrzeuge noch im Verkehr stecken“, sagt Wloka. Auch Fehlalarme ließen sich so schneller identifizieren. „Um den Drohneneinsatz zu testen, haben wir eine virtuelle Stadt programmiert, in der Feuerwehren realistische Einsatzszenarien simulieren können“, sagt Wloka, der mit ähnlichen Projekten schon häufiger das Training von Feuerwehren unterstützt hat (wir berichteten).

Mithilfe eines Joysticks oder einer Computertastatur lassen sich die Drohnen durch die umgerechnet sieben Quadratkilometer große Computerwelt steuern - bei jedem Wetter, zu jeder Tageszeit. „Wir haben bereits verschiedene Einsatzszenarien programmiert“, sagt Wloka, die jetzt in das Stadtmodell integriert werden. Darunter: Autobahnunfälle, Zimmerbrände, Gasexplosionen, brennende Windkraftanlagen.

„Gerade Windkraftanlagen sind für Feuerwehren besonders schwer zu erreichen“, sagt der Professor. Eine Drohne hingegen könne einfach direkt an den Brandherd heranfliegen. Ein großer Vorteil der nahezu beliebig erweiterbaren Online-Software sei es, dass Feuerwehren sie bequem vom heimischen Rechner oder Schulungsraum über das Internet nutzen könnten. Hierzu haben die Forscher die Internetplattformen www.4dlernen.de und www.katie-katastrophensimulation.de geschaffen.

„Wir bieten also E-Learning und zukunftsorientiertes Feuerwehrtraining mit Virtual-Reality-Techniken in einem“, sagt Wloka. Wer selbst einmal in die Rolle des Drohnen-Piloten schlüpfen möchte, kann die Software kostenlos ausprobieren: www.4dlernen.de/wordpress/?page_id=37

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