Abstimmung für junge Kasseler unter 18 Jahren am 7. März

Kasseler Initiative ruft zur Jugendwahl auf

Der Schüler Jonathan Faust (17) aus Kassel
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Jonathan Faust (17), Schüler Wilhelmsgymnasium Kassel

Am Sonntag, 7. März, findet in Kassel eine symbolische Jugendwahl für Menschen unter 18 Jahren statt. Sie wird von einer Initiative von Schülern organisiert, die gegen Politikverdrossenheit ankämpfen möchte.

Kassel. Am 14. März ist in Hessen Kommunalwahl. Als eines der letzten Bundesländer dürfen aber nur Menschen wählen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. Elf von 16 Bundesländern haben das Wahlalter bereits gesenkt, in Hessen wird dagegen eine große Gruppe an Menschen von der Wahl ausgeschlossen: „Es betrifft gerade die Menschen, die am längsten von den Entscheidungen der Politik betroffen sein werden“, sagt Jonathan Faust (17), Schüler am Kasseler Wilhelmsgymnasium.

Lola Blume (16) Goethe-Gymnasium Kassel

Um diese Situation zu verdeutlichen und zu kritisieren, hat Faust mit einigen anderen an Politik interessierten Jugendlichen die Initiative „Ich möchte meine Zukunft mitgestalten dürfen!“ gegründet. Die Gruppe will für Sonntag, 7. März, eine Jugendwahl organisieren, bei der Minderjährige ihre Stimme – zumindest symbolisch – für eine Partei abgeben können. Zu der Initiative sagt Jonathan Faust, der in Umweltbewegungen aktiv ist und sich im Kasseler Klimaschutzrat engagiert: „Wir sind superbunt und setzen uns aus Mitschülern, Engagierten und Freunden zusammen. Bewegungen wie Fridays For Future haben gezeigt, wie erfolgreich und ambitioniert sich junge Menschen für politische Themen interessieren und engagieren.“ Der Zugang zum wichtigsten demokratischen Werkzeug, dem Wählen, bleibe ihnen aber verwehrt. „Wir glauben, dass auch Kinder und Jugendliche eine Stimme verdient haben“, sagt Mitorganisatorin Lola Blume (16).

Aus diesem Grund findet eine Woche vor der Kommunalwahl, am 7. März, eine Jugendwahl statt, bei der Minderjährige symbolisch wählen können: in einem der sieben coronakonformen Open-Air-Wahllokale oder im Vorfeld per Briefwahl.

Anders als bei der offiziellen Kommunalwahl kann im Rahmen der Jugendwahl nur mit einer Stimme für eine Partei gestimmt werden, nicht mit 71 Stimmen für die einzelnen Listenplätze.

„Das derzeitige Kommunalwahlsystem empfinden wir als zu große Hürde, da Kinder und Jugendliche im Schulkontext nicht darauf vorbereitet werden. Wir versuchen, jungen Menschen so das Wählen nahezubringen und generell das Interesse für Politik zu wecken“, sagt Mitorganisator Rayon Mühleib.

Ziel der Initiative sei es, jungen Menschen eine Stimme zu geben und aufzuzeigen, „dass auch Jugendliche am politischen Prozess teilhaben wollen, können und sollten“.

Rayon Mühleib (17)

Jonathan Faust: „Die Politikverdrossenheit unter jungen Menschen steht eindeutig im Zusammenhang mit dem Fehlen von Möglichkeiten, im politischen Entscheidungsprozess mitzuwirken. Wir setzen uns deshalb für die Herabsetzung des Wahlalters ein und fordern, dass junge Menschen generell mehr in den politischen Prozess einbezogen werden.“ Bei der Jugendwahl dürfen alle Menschen unter 18 Jahren wählen. „Es ist uns wichtig zu zeigen, dass auch junge Menschen eine Stimme haben.“

An folgenden Orten in Kassel kann am 7. März, in der Zeit von 11 bis 18 Uhr unter freiem Himmel gewählt werden: Bebelplatz, Rhönplatz, Auestadion, Königsplatz, Dorfplatz Bettenhausen, Halitplatz, Wahlershäuser Straße (Weihnachtsmarkt Kirchditmold).

Informationen: Auf der Website der Initiative gibt es eine Übersicht zu den zur Wahl stehenden Parteien und Informationen zum Wahlablauf auch zur Briefwahl: jugendwahl-kassel.de Christina Hein

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