Neue Chancen für Wohnraum

Einzelhandel leidet unter Corona-Krise - Innenstadt in Kassel vor dem Umbruch

Ein Ende der Pandemie ist nicht in Sicht.
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Die Innenstadt muss sich wandeln: Etliche Händler werden die Corona-Krise und den damit verbundenen Lockdown wohl nicht überstehen. Es ergeben sich neue Chancen.

Die Corona-Krise und der Lockdown setzten den meisten Geschäften in der Innenstadt in Kassel deutlich zu. Nun ist ein Umbruch mit neuen Chancen geplant.

Kassel - Der innerstädtische Einzelhandel leidet massiv unter der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen und Schließungen. Nach Einschätzung des Einzelhandelsverbandes Nordhessen werden etliche Geschäfte in der Kasseler City die Krise und den dadurch forcierten Boom des Online-Handels nicht überstehen.

Deshalb braucht es Konzepte für den Wandel der Innenstadt. Stadtbaurat Nolda sieht Potenzial für mehr Wohnraum und neue Kultur- und Gastronomieangebote.

Kassel in der Corona-Krise: „Der Einzelhandel wird nicht mehr so sein wie vor der Pandemie“

Martin Schüller, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes, will nichts beschönigen: „Wir hatten schon vor dem zweiten Lockdown einen Verlust der Besucherfrequenz in der Innenstadt von 40 bis 50 Prozent. Der Einzelhandel wird nicht mehr so sein wie vor der Corona-Pandemie.“ Gerade in den B-Lagen werde er sich zurückziehen. „Die Händler können nicht mehr allein eine Innenstadt bespielen“, so Schüller. Dafür brauche es Gastronomie, Kultur, Dienstleistungen und Handwerk. Zudem seien neue Marktformate nötig.

Geschäfte in Kassel leiden unter Corona-Lockdown - Mehr Wohnraum und Touristenattraktionen geplant

Ähnlich sieht es Stadtbaurat Christof Nolda. Dieser sieht auch Chancen für eine Umnutzung von Immobilien in Wohnraum. Durch den Umbau in den Obergeschossen von Geschäften könne eine hohe dreistellige Zahl von Wohnungen in der Kasseler City entstehen, schätzt der Dezernent. Zudem müsse die touristische Attraktivität der Innenstadt weiter gestärkt werden. Der Neubau des Tapetenmuseums, der Umbau des Palais Bellevue und des Hugenottenhauses sowie die Umgestaltung des Brüder-Grimm-Platzes seien erste Schritte auf dem Weg. Zudem bedeute die geplante Einrichtung des Technischen Rathauses im Neubau der Kasseler Sparkasse an der Kölnischen Straße eine Stärkung der City.

Kassel im Wandel wegen Corona-Pandemie: Neue Chancen für die Innenstadt

Bislang, so Nolda und Schüller unisono, hätten horrende Mieten in der Innenstadt viele neue Ideen ausgebremst. Teilweise seien in Spitzenlagen Mieten von 100 Euro pro Quadratmeter verlangt worden. In der Krise seien diese bereits drastisch gesunken, so Schüller. Wenn die Stadt den Wandel gut meistere, würden sich auch neue Chancen für die Innenstadt ergeben. (Bastian Ludwig)

Die Corona-Lage in der Stadt Kassel und im Landkreis bleibt weiterhin brisant. Die Inzidenzwerte steigen erneut an.

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