Stadtbaurat Nolda will Rathenauplatz umgestalten

Eine Insel zum Knipsen mitten auf der Wilhelmshöher Allee?

So sieht es jetzt aus: Nach einer Umgestaltung des Rathenauplatzes würden die Straßenbahn-Schienen an der Haltestelle umgelegt, wodurch auch die Fahrbahn verengt würde. Die Straße am rechten Bildrand hält Stadtbaurat Nolda für verzichtbar. Foto: Malmus

Bisher gibt es auf der Wilhelmshöher Allee keine Möglichkeit, den Blick zum Herkules direkt zu genießen. Wenn es nach Stadtbaurat Christof Nolda geht, soll sich das bald ändern.

Auf die Idee haben den Stadtbaurat (Grüne) Studenten der Uni Kassel gebracht. Grundsätzlich haben sich Studierende mit der städtebaulichen Bedeutung der Wilhelmshöher Allee beschäftigt und dazu einige Gestaltungsmodelle entworfen. Eines hat Nolda so gut gefallen, dass er jetzt den Rathenauplatz danach umgestalten will.

Dazu hofft der Stadtbaurat auf Geld aus Berlin. Denn die Bundesregierung hat ein neues Förderprogramm aufgelegt, das sich speziell an Städte mit „Projekten von nationalem Rang“ wie Unesco-Welterbestätten richtet. Derzeit werde im Baudezernat ein Antrag dafür vorbereitet. Einmal sei Kassel schon aus dem Programm bedacht worden, drei Millionen Euro wurden im vorigen Jahr für die Wasserspiele bewilligt.

Konkrete Aussagen, wann der Rathenauplatz umgebaut wird, könne er noch nicht machen. Auch sei es noch zu früh über Kosten zu sprechen, die auf die Stadt zukämen, sagte Nolda. Sollte der Antrag in Berlin Anklang finden, könnte es jedoch schnell gehen.

Christof Nolda

Angedacht ist, die Schienen der Tram-Haltestelle Murhardstraße/Universität umzulegen und auch Teile der Fahrbahn zu verändern. Die beiden Bahnsteige würden von den Seiten in die Mitte wandern und die Schienen drumherum geführt. Der Straßenverkehr würde dann auf einem etwas längeren Stück als bisher zwei- statt vierspurig fließen. „Das ist keine riesige Umgestaltung des Rathenauplatzes“, sagte Nolda.

Und an der Kapazität der Wilhelmshöher Allee werde das auch nicht viel ändern. Denn bereits jetzt sei die Straße durch Linksabbieger-Spuren in dem Bereich nicht komplett vierspurig. Zudem sei die Straßenverbindung des Rathenauplatzes zwischen Königstor und Murhardstraße verzichtbar. „Diese Doppelung brauchen wir nicht.“

Kern der Überlegungen sei es, die Achse Wilhelmshöher Allee im Zusammenhang mit dem Welterbe städtebaulich „erlebbar“ zu machen, so Nolda. Bisher könne man an keiner Stelle mitten auf der Allee stehen, um zum Beispiel den Blick zum Herkules zu genießen, ohne sich in Gefahr zu bringen. Das wäre auf der neu gestalteten Haltestelle mit dem Bahnsteig auf der Allee-Mitte dann möglich. Was die Studierenden dazu erarbeitet hatten, „fand ich eine tolle Idee“, sagte Nolda.

Die Wilhelmshöher Allee unterscheide sich auch von anderen großen Straßen in Kassel. Im Gegensatz zu Holländischer oder Frankfurter Straße sei diese „nie als Verkehrsader oder Ausfallstraße gebaut“ worden, sagte Nolda. Vielmehr sei die Allee „eine städtebauliche Figur“.

In der gedruckten Ausgabe am Montag lesen Sie außerdem:

- Die Wilhelmshöher Allee - Eine der längsten Straßen Deutschlands

- 50 Millionen für Städtebau

- "Überflüssige Planspiele" - ein Kommentar zum Thema

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